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LUKAS OPPENLÄNDER
- "SCHLACHT UM NOX" |
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Verärgert blickte Ordenspriester Lucius von seinen strategischen Landkarten auf. Es musste doch verdammt nochmal einen Weg hinaus aus diesem Dreckloch geben, der noch nicht von Orks überschwemmt war! Vor drei Tagen war sein kleiner Trupp aus 10 Blood Angels, ihm selbst und einem Sanguiniuspriester namens Thorgar hier auf dieser verfluchten namenlosen Dschungelwelt gelandet, um sie für den heiligen Imperator zu erkunden, auf intelligentes Leben abzusuchen und zu kartographieren. Normalerweise wurden die Elitetruppen der Space Marines gar nicht mit so belanglosen Aufträgen bedacht ... aber etwas war besonders an diesem Planeten! Man hatte hier eindeutig Computermaterial geortet, das nur aus ursprünglich terranischen Händen stammen konnte. Und seine Nähe zum Wirbel des Chaos ließ vermuten, dass derjenige, der diese Technologie hinterlassen hatte, gewusst hatte, sich gegen das Chaos und seine verderbten abtrünnigen Space Marine Diener zur Wehr zu setzen. Man hoffte einen Weg zu finden das Chaos endlich wieder in seine Schranken zu weisen, besonders angesichts der neuen unbekannten Bedrohung, die sich im Universum auszubreiten schien. Und am zweiten Tag ihrer Aufklärungsmission schließlich waren sie in einem Waldstück von der grünen Flut überrascht worden. Zwei seiner Brüder hatten sich plötzlich von der Schwarzen Wut übermannen lassen und waren natürlich von den hoffnungslos überzähligen Orks in Fetzen gerissen worden. Auch wenn er ihren Mut bewunderte und sich am liebsten mit in die Schlacht geworfen hätte, war Lucius für das Gelingen der Mission verantwortlich und ein derart verantwortungsloses Handeln wäre Verrat gegen das Imperium gewesen. Also hatte er sich gezwungen gesehen seinen übrigen Männern den Rückzug zu befehlen. Im Verlauf des nächsten Tages waren sie noch dreimal von Orks attackiert worden und hatten dabei noch einen Mann verloren. Bruder Cortez war der letzte in ihrer Kolonne gewesen und für alle anstürmenden Orks natürlich das erste Ziel ... den traurigen Rest konnte man sich denken. Es war von ihm nicht einmal genug für ein Begräbnis übrig. Schließlich hatten sie sich hier in einer kleinen Höhle ein Versteck eingerichtet, in dem sie die beiden Eingänge (einer nach Norden und einer nach Westen) mit Laub und Schlingpflanzen fast unsichtbar gemacht und je einen kleinen Ausguck auf einem Baum nahe jedes Eingangs eingerichtet hatten, um vor den Orks gewarnt zu sein.
Während Thorgar nun die Verletzten ihrer geschlagenen Schlachten versorgte, musste Lucius sich um die Planung kümmern. Anhand ihrer bereits geschlagenen Schlachten konnte er sich in etwa auf den Karten einzeichnen wo die Orks bereits waren. Und es sah nicht gut für sie aus..., denn die Grünlinge waren überall. Er rieb sich die Augen. In dem flackernden Licht einer einzigen Fackel war es selbst für seine genetisch verbesserten Augen nicht leicht etwas zu erkennen und er saß nun schon 16 Stunden hier an diesem Felsblock, auf dem ihre bereits gezeichneten Landkarten ausgebreitet waren. Da Bruder Tirius, einer der beiden, die beim ersten Angriff gestorben waren, das Funkgerät der Einheit bewacht hatte, war dieses auch verloren und so war ihre einzige Hoffnung eines an dem georteten Computer zu finden. Das Signal war in etwas östlich von ihnen ... aber zuerst musste er einen Weg durch die Belagerung der Orks finden. Die wussten ganz genau wo Lucius' Einheit war ... jedenfalls grob geschätzt. Die Höhle hatten sie noch nicht gefunden aber es konnte nicht mehr lange dauern. Er würde sich beeilen müssen, wenn er seinen Trupp lebend hier heraus bringen wollte.
Plötzlich kam der Posten vom Nordausguck keuchend in die Höhle gestürmt. Und das wollte etwas heißen, denn wenn ein Space Marine aus der Puste war, musste er wirklich gerannt sein wie der Teufel. Er rief: "DIE ORKS! SIE KOMMEN! EINE GANZE HORDE VON IHNEN!" Lucius fluchte leise. Er befahl seinen Männern Rüstungen und Waffen zu überprüfen und sich dann am Westeingang zu sammeln. Er raffte sein Kartenmaterial zusammen und legte die schwereren Teile seiner Servorüstung, die er während seiner Arbeit beiseite gelegt hatte, wieder an. Er begann einige Litaneien der Schlacht und des Todes zu beten, während er die Ausrüstung der restlichen Brüder segnete. Schon hörten sie das Krachen der gewaltsam vorpreschenden Orkhorden als sie sich in Bewegung nach Westen setzten. In der Eile hatte Lucius den Plan gefasst, ein Stück westlich von der Höhle einen großen Bogen zu schlagen und zu hoffen, dass sie die östliche Orkblockade nun nicht mehr vorfinden würden, da sie am Angriff auf den Nordeingang beteiligt wäre. Eine schwache Hoffnung aber es war ihre einzige. Als Thorgar in der Kolonne neben ihm zu laufen kam, fragte er: "Glaubt Ihr wir werden hier lebend herauskommen, Bruder?" "Wenn nicht, dann war es der Wille des göttlichen Imperators, dass wir hier sterben, Bruder, vergesst das nicht. Wir dürfen nur nie den Glauben verlieren!"
Als sie sich den vermuteten Orkstellungen näherten wurde ihre Kolonne langsamer und leise schlichen sie sich an. Bisher war kein Grünling zu sehen, aber was nicht war konnte leicht noch werden. Plötzlich vernahmen sie ein leises Grunzen kurz vor sich und dann geschah es. Sie mussten einige schlafende Orkwachen geweckt haben, die nun ihre "Gefährten" zu den Waffen riefen. Lucius befahl einen Sturmangriff, um durch die Orks zu brechen und auf der andere Seite der Blockade erneut zu fliehen. Seite an Seite mit seinen blutdurstigen Brüdern rannte er auf die verblüfften Grünlinge zu und zerschmetterte fünf von ihnen mit seiner Boltpistole bevor sie überhaupt reagieren konnten. Neben ihm zermalmte Thorgars bloße Faust gerade einem besonders hässlichen Grünling den Schädel und seine restlichen Brüder feuerten aus allen Rohren um die Orks dahin zu schicken, wo sie hingehörten: Ins Höllenfeuer. Und selbst das wäre noch zu gut für diese Missgeburten der Evolution. Bespritzt mit Orkblut rannte sein Trupp weiter, vorbei an den immergleichen Bäumen und Pflanzen, die sie schon seit Tagen um sich hatten. Plötzlich erreichten sie eine Lichtung und in ihrer Mitte ... es war kaum zu glauben ... ein terranischer Bunker. Er hatte zwar ein mulmiges Gefühl dabei, aber trotzdem musste er seine Brüder hineinschaffen, um eine Chance gegen die Verfolger zu haben, die sie mit unerbittlicher Wut jagten. Das Kettenschwert eines seiner Brüder zermalmte das Schloss an der Bunkertür und als alle in seinem Innern waren versperrten sie die Tür von innen mit allem was sie an schweren Dingen finden konnten. Raketenwerfermunitionskisten, die ohne den passenden Werfer nutzlos waren, verrußte Teile von Servorüstungen und Panzerplatten, die anscheinend von einem alten Predator oder etwas ähnlichem stammten. Sie konnten von Glück sagen, dass die Orks anscheinend keine schwere Artillerie auf dem Planeten hatten, denn ansonsten hätte der Bunker ihnen wohl nicht mehr sehr lange Schutz geboten.
Einige Zeit war Ruhe. Man hörte nichts mehr von den Lauten der anrückenden Orks. Lucius begann bereits sich zu fragen, warum die grünen Bastarde ihre Angriffe scheinbar eingestellt hatten, als er plötzlich ein angsterfülltes Kreischen aus der Angriffsrichtung der Grünlinge hörte. Einer seiner Männer öffnete eine der Schießscharten, die vom Vorbesitzer des Bunkers sauber verriegelt worden waren und blickte nach draußen. Lucius trat hinzu und schob seinen Bruder beiseite. Die Lichtung war menschen- und orkleer aber etwas war merkwürdig. Nicht nur die Orks waren verstummt, sondern auch alles andere, was normalerweise zu einem Dschungelplaneten gehörte. Plötzlich hörte man ein Poltern und Donnern an der Tür des Bunkers ... mit einem Krachen wurde sie aus den Angeln gerissen und alles was sie versperrt hatte flog durch den Innenraum. In dem Licht, das plötzlich hereindrang, konnte man nur schwer etwas erkennen, doch das was da stand, sah aus wie eine Art von Skelett ... und zwar viele davon, mindestens zehn. Das Ding hob seinen Waffenarm in Richtung Thorgars und hätte Lucius ihn nicht in letzter Sekunde mit einem "RUNTER!" zu Boden gerissen, dann hätte er anstelle eines Kopfes nun ein klaffendes Loch gehabt. In der Wand hinter der Stelle, an der sein Kopf gewesen war, befand sich ein ausgefranstes brüchiges Loch im Stahlbeton, durch das nun Tageslicht ins Innere drang. Nun konnte Lucius sich in etwa vorstellen, was mit den Orks passiert war. Wenn so eine Waffe sogar ihn, einen Nachkommen des mächtigen Sanguinius, in Angst versetzte, was für Auswirkungen musste sie dann auf die hirnlosen Orks haben? Einer seiner Männer feuerte seinen Bolter auf das vorderste Skelettwesen ab und es ging in der Detonation der massegezündeten Sprengladung zu Boden. Die Blood Angels hinter ihm jubelten und auch Lucius wollte bereits in einen Kampfschrei ausbrechen, als Thorgars Kehle ein lauter Schrei entfuhr, der in den Helmlautsprechern dröhnte. Lucius blickte Thorgar an, dessen zitternder Panzerhandschuh auf die Reste des Skeletts zeigte. Sie bebten in ihrer Bewegung und begannen sich wieder zusammenzusetzen. Als das Skelett wieder vor ihnen stand, begriff Lucius was hier geschah: Sie sahen sich einem Gegner gegenüber, dessen Waffen und Nehmerqualitäten den ihren noch überlegen schienen, eine Tatsache, die Lucius immer für unmöglich gehalten hatte. Schließlich waren sie die mächtigen Space Marines, die Elite des Imperiums. Er brüllte und stürmte auf die Skelettwesen zu, aus allen Rohren feuernd. Sie gingen alle zu Boden und seine Männer rannten ihm nach, wieder hinaus in den Dschungel. Doch hinter sich vernahmen sie bereits nach wenigen Metern das maschinenartige Klappern der Wiederauferstehung dieser seltsamen Kreaturen. Niemand wusste etwas über sie, nur eines stand fest: Sie waren den Space Marines nicht freundlich gesonnen ... und den Orks scheinbar auch nicht. Auf seinem Armscanner sah Lucius, dass sie dem Computersignal scheinbar davonliefen. Und es verfolgte sie. Während er panisch durchs Unterholz rannte, dachte er über diese Tatsache nach. Der Computer, den sie geortet hatten, musste uralt gewesen sein und das Signal war nur noch sehr schwach. Diese Kreaturen waren eine Art von Maschine, also wäre es möglich gewesen, dass sie den alten imperialen Computer in sich absorbiert hatten und dass dessen Signale durch ihre Körper wieder ins Leben gerufen worden waren, wenn auch schwach. Er schloss daraus, dass ihre einzige Fluchtmöglichkeit von dieser verfluchten Welt darin bestand diese Dinger zu zerstören und aus ihren Überresten einen funktionsfähigen Transmitter zu bauen. Während er dies dachte schlugen sie sich in die Büsche und versteckten sich. Man hörte die Maschinenskelette vorbeistapfen und sich entfernen. Sie schienen zum Glück nicht über Scanner zu verfügen. Er befahl bis zum Abend zu rasten. Bis dahin wollte er einen Plan gefasst haben.
In der Nacht, Lucius hatte etwas geschlafen, erwachte er und war sich über seinen Plan nun sicher. Er hatte in seinem Traum ein gutes Omen entdeckt, das sie alle hier herausbringen würde. Er instruierte seine Männer darüber, was sie zu tun hätten und machte sich an die restlichen Vorbereitungen. Zwei Stunden später konnte man einen einzelnen Blood Angel unter den Bäumen liegen sehen, scheinbar vor unbändigen Schmerzen schreiend und brüllend. Nach ungefähr einer halben Stunde hörte man das maschinelle Stapfen erneut durchs Unterholz kommen. Und plötzlich brachen die Skelettkreaturen durch den Wald zu dem Space Marine vor. Als sie nahe genug waren sprang dieser blitzschnell auf, machte seine Melterbombe scharf, warf sie in Richtung Feind und rannte so schnell die Beine trugen davon. Die Cyborgs (Lucius, der alles von einem Baum beobachtete, hatte sich inzwischen durchgerungen sie so zu nennen) schienen desorientiert bis die Bombe explodierte. Als alle Feinde in sich zusammengefallen waren, sprangen die Blood Angels von ihren Horchposten in den Bäumen, rissen alles aus den Skeletthaufen, was nach einem Sender aussah und flohen in die Nacht, aber nicht ohne den Wesen einige Sprenggranaten als Geschenk dazulassen. Bevor sich die Skelette regenerieren konnten, wurden ihre Metallknochen erneut auseinandergerissen, währen die Space Marines in ihr neues Versteck rannten. Dort war bereits alles für den Bau des Transmitters vorbereitet worden. Bruder Darius war kurz vor der Qualifikation zum Techmarine und es war ihm ein leichtes einen Sender zu improvisieren und ein Signal an das Space Marine Thunderhawk im Orbit zu senden. Bis am nächsten Tag das Schiff landete, hörten sie weder von den Orks noch von den Cyborgs irgendetwas und so konnten sie erfolgreich von der verfluchten Welt fliehen.
"Und diese ... Cyborgs konnten sich regenerieren sagst du?"
"Ja Bruder Lemartes, sie standen nach unseren Boltersalven einfach so wieder auf," antwortete Lucius dem obersten Ordenspriester Lemartes.
"Nun ... du hast deine Sache sehr gut gemacht Bruder. Und so kommt dir das Privileg zu, dieser Welt einen Namen zu geben. Welcher erscheint dir passend ?"
"Wenn Ihr mir den Vorschlag erlaubt, Bruder Lemartes ... NOX scheint mir als ein passender Name. Denn alle, die uns dort begegnet sind, waren Geschöpfe aus tiefster Nacht ... und dort sollten sie bleiben."
"Nun, dann werde ich deinen Vorschlag nach Terra weiterleiten ... ich fürchte allerdings, dass sich deine Hoffnung bezüglich dieser Geschöpfe nicht bewahrheiten wird."
"Dann werden wir sie zerschmettern."
"Ja, das werden wir ... oder wir sterben ... alle!"
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Der Autor
"Die Idee kam mir eigentlich, weil ich BA spiele und mein
Kumpel mich dauernd genervt hat, dass seine tollen Coladosen doch
so stark wären ... Malen ist leider nicht so meine Stärke
darum hab ich was geschrieben! Geschrieben habe ich sie zum größten
Teil an einem Nachmittag und ich finde dafür is die Story
ganz gut geworden ;) ! Mein Dank geht an meinen Kumpel Simon,
dafür dass er mich dauernd mit seinen Colabüchsen genervt
hat..." |
Die Jury
"Eine reine Schlachtengeschichte, wie man es kennt und liebt.
Die Sprache ist solide und die Action rasant. Das Ende ist für
eine Warhammer 40k Geschichte typisch und lässt Lust auf
mehr."
"Guter Handlungsaufbau, spannend bis zum Schluss." |
< 1. Platz | 3.
Platz >
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