TEIL I
"Das ist es, DAS IST ES", Geotavan lief ganz aufgeregt
durch den Raum," Das ist es. WIR haben ES geschafft!"
"Nicht wir, Meister sie waren es, ich bin beeindruckt,
ganz ehrlich", auch Ravenor war außer sich.
Beide liefen wie aufgescheuchte Hühner durch das Laboratorium
welches in einem grünlichem halbdustern lag, was nur ab
und zu von einem hellen Lichtstrahl durchbrochen wurde. Beide
blickten immer wieder auf ihr Werk, ein unscheinbar wirkender
Felsbrocken, ein Asteroid aus dem All, er wirkte absolut leblos
und trotzdem war er es nicht. Wenn man genau hinsah bemerkte
man einen kleinen grünlichen Schimmer auf seiner Oberfläche...
Wie Schatten wirkte die Erinnerung, als der Traum endete. Geotavan schreckte
aus seiner Stasis auf als der monotore Gesang der Mönche einsetzte. Diese
Erinnerung kam immer wieder, obwohl sie Jahrzehnte zurücklag, es war sein
großer Tag gewesen, seitdem war viel passiert. Seine Entdeckung war so
bahnbrechend gewesen, das er sogar zum Rat der Alten gerufen wurde um vor dem
großen Vater seine Erfindung zu präsentieren. Und wieder brachen
die Erinnerungen über ihn herein.
"Geotavan, man berichtet sie hätten eine bahnbrechende Erfindung
gemacht, legt sie hier dar!" Die Stimme des großen Vaters hallte
in Geotavans Kopf nach. Er befand sich in einem kreisrunden Raum, wo er auf
dem auf den Boden gemalten Zeichen der Mutter des Lebens und der Erde - einer
Ellipse in deren Mittelpunkt ein Tautropfen stilisiert mit einer aufgehenden
Sonne prangte - kniete. Er hielt seinen Kopf gesenkt, denn er hätte den
kalten Blicken des Rates der Alten niemals standgehalten, so glaubte er jedenfalls.
"Erhebt euch, Geotavan" Wieder hörte Geotavan die Aufforderung,
aber er war vor lauter Ehrfurcht erstarrt. "Erhebt euch, Geotavan"
Geotavan glaubte eine Spur Spott in der sonoren Bassstimme des großen
Vaters zu hören, "wollt ihr uns eure Entdeckung nicht zeigen?"
Nun kam Leben in Geotavan, er richtete sich vorsichtig auf, hielt den Kopf jedoch
weiterhin tief auf seine Brust gesenkt. "Schaut mich an, Geotavan".
Vorsichtig hob Geotavan den Kopf und riskierte vor Ehrfurcht am ganzen Körper
zitternd einen Blick auf den Vater, und senkte ihn schnell wieder, so beeindruckend
und ehrfurchterbietend war der große Vater, eine gut drei Meter hohe Gestalt,
eingehüllt in weiße Gewänder, trotz seines offensichtlich hohen
Alters war seine Haut noch immer grün wie das eines jungen Triebes des
ersten Zyklus, unter seiner Haut pulsierten Muskeln und das Firgun, das Körperweite
Nervensystem, welches für jeden Gaia typisch ist, nur war es beim ihm besonders
stark ausgebildet, so dass es sogar von außen erahnbar war. Auf seinem
Kopf zwischen den grünen Haaren lag das Symbol seiner Würde, ein schlichter
Ring aus einem dem Silber nicht unähnlichen Metall in denen das Symbol
der Erdmutter eingelassen war. Der breite Mund und die tiefschwarzen Augen,
in die Geotavan geblickt hatte, strahlten Zuversicht und ehrliches Interesse
aus und schienen ihn ermutigen zu wollen anzufangen.
Nochmals erhob Geotavan seinen Kopf und beschloss einen Blick in die Runde des
Rates zu werfen, der ausschließlich aus altgedienten Vätern wie dem
großen Vater bestand, die jedoch längst nicht so mächtig wie
dieser waren. Der große Vater nickte und dachte zu Geotavan: "Nur
Mut, wir würden alle gerne wissen wie eure große Erfindung funktioniert."
Geotavan erstarrte, dann hatte der große Vater also gar nicht mit ihm
gesprochen, er hatte telepartiert!
Vorsichtig und mit zittriger Stimme begann Geotavan zu sprechen: "Großer
Vater, hoher Rat der Alten, seit gut einem Tarn haben ich und mein Assistent
Versuche mit Gestein gemacht, das vom alten Feind befallen worden war!"
Er hörte ein Raunen in seinem Kopf, im Raum blieb es jedoch bis auf seine
eigene Stimme ruhig.
"Wir haben dabei mit verschiedenen Grundbausteinen der Erbstruktur experimentiert,
und dabei entdeckt, dass
immer das selbe Element eine wichtige Rolle spielt, nämlich Schwefel! Jedoch
kann kein Leben entstehen, wenn nicht auch noch einige andere Elemente in einem
bestimmten Verhältnis zu einander stehen. Doch auch wenn eben diese Konstellation
genau passt, entsteht noch immer nicht Leben wie wir es kennen, es benötigt
einen Indikator, der eben die wichtigen Prozesse in Gang setzt. Ich habe eben
diesen Indikator gefunden!" Wieder raunte es in seinem Kopf, jedoch wurde
er langsam sicherer und seine Stimme fester, denn nun war er in seinem Element.
"Dieser Indikator kann in Verbindung von genügend Licht eine Reaktion
in Gang setzten, die in einem funktionierenden Ökosystem endet.
Ich möchte ihnen den Grundvorgang darstellen. Auf einem Planeten, der vom
alten Feind absorbiert wurde befindet sich zwar keine Biomasse mehr, jedoch
sind die entsprechenden Elemente noch immer vorhanden, da sie mineralischer
und nicht biologischer Natur sind." Inzwischen ist von Ravenor ein rollender
Tisch auf dem ein großer Steinbrocken lag hereingerollt worden. "Dieser
Brocken toten Gesteins", fuhr Geotavan fort, "stammt von dem Planeten
Desiron, einem Planeten, der wie wir alle wissen vor einiger Zeit vom alten
Feind absorbiert wurde.
Nun möchte ich ihnen Beweisen das meine Erfindung funktioniert."
Geotavan nahm von dem Tisch eine kleine Ampulle aus durchsichtigen Quarz in
der eine grünliche Flüssigkeit herumschwappte. "Dies ist",
fuhr Geotavan fort, "dies ist eine von mir hergestellte Katalysatorflüssigkeit,
die ich in langwierigen und komplizierten Prozessen gewonnen habe, über
deren Einzelheiten ich nicht sprechen werde um sie nicht zu langweilen, in jedem
Fall aber beschleunigt sie den Prozeß des Lebens enorm und macht ihn teilweise
auch erst möglich. Ich war so frei sie nach mir zu benennen und bezeichne
sie hiermit als Geotavanaxin!" Mit diesen Worten führte seine schmale
Hand mit ihren filigranen Fingern die Ampulle über den Brocken und goß
sie vorsichtig darüber aus. Als die smaragdene Flüssigkeit auf den
Brocken traf, begann sie zu zischen und zu sprudeln und überzog die Oberfläche
des Brockens vollkommen, grünlicher Rauch stieg auf und Geotavan fuhr unwillkürlich
zurück. Als sich der Rauch wieder legte konnte man auf der Oberfläche
des Brockens eine dünne grünliche Schicht erkennen, jedoch war es
nicht die Flüssigkeit, sondern es schien eine Art Pflanze zu sein. "Natürlich
hat mein Elixier die Pflanzen nicht direkt entstehen lassen, jedoch wandelte
sie den Boden so um, dass eine mikroskopisch kleine Parasitenpflanze, die normalerweise
im Weltraum lebt, sich darauf niederließ und schlagartig mutierte. Die
Sporen dieser Pflanzen sind mit in das Geotavanxin hineingemischt worden und
geben ihr auch die grünliche Farbe."
Als Geotavan geendet hatte, erhob sich der große Vater würdevoll
zu seiner ganzen Größe auf und sprach nicht weniger würdevoll:
"Geotavan, sie haben sich um das Volk der Gaia verdient gemacht. Zu Ehrung
ihrer herausragenden Leistung, soll ihnen der Eintritt ihn das Jevundakloster
erlaubt sein, wo sie der Lebensmutter dienen und zum Vater aufsteigen werden."
Geotavan war wie vor den Kopf gestoßen, er sollte ins Jevundakloster?
Diese Ehre war sonst nur großen Kriegern vorbehalten. Ihm wurde schwindelig
und stotterte einen Dank hervor und würde daraufhin von zwei in Roben gehüllten
Wachen hinausgeführt...
Wieder schreckte Geotavan auf, als er an der Schulter berührt wurde, "Bruder
es ist Zeit, seid ihr bereit?" Stumm nickte er und ging gemessenen Schrittes
hinter dem Bruder her. Während sie schweigend mit gebeugten Köpfen
unter den Kapuzen ihrer weiten erdfarbenen Roben den Gang entlang gingen, dachte
Geotavan nach: "Jetzt ist es schon Monate her seit dem ich hierhin gekommen
bin, es ist einsam hier, doch ich hab viel gelernt, wie man kämpft, pah
ich und kämpfen, mein Gebiet ist die Forschung, wie gerne wäre ich
wieder in einem Labor. Aber noch lieber bin ich hier, denn ich habe ja auch
sonst viel gelernt und heute ist das Ritual der Weihung." So in Gedanken
vertieft erreichten Geotavan und der namenlose Bruder die Große Halle,
tief im Keller des Elliptischen Klosterbaus. Als die beiden durch einen gotisches
Torbogen die mit grünlichen Licht durchflutete Halle betraten, war ihr
Weg gesäumt von Brüdern in braunen Roben. Die Gasse, die die Brüder
bildeten führte zu einem ovalen Becken weißen Marmors, das bis kurz
unter den Rand mit einer Quecksilber ähnelnden Flüssigkeit gefüllt
war, überall im Raum standen Pflanzen aller Art auf Tischen und Bänken
oder wuchsen aus dem losen Lehmboden heraus. In der Mitte des Raumes befand
sich eine Runde Plattform polierten Obsidians von einer Höhe von ungefähr
einem Meter, auf der Plattform war das Zeichen der Mutter des Lebens eingraviert
und mit weißer Farbe unterlegt war, im Mittelpunkt der Platte genau auf
dem Tautropfen stand das Becken, zu dem eine Treppe aus Obsidian hinaufführte.
Geotavan genoß es, den weichen Boden unter den wurzelartigen Füßen
zu spüren. Still verließ der Bruder seine Seite und reihte sich in
die Phalanx der anderen Mönche ein. Mit einem etwas mulmigen Gefühl
schritt Geotavan auf die Treppe zu. Auf einmal stimmten die Mönche einen
uralten Gesang an, der langsam lauter wurde. Es war ein tiefer Gesang der leicht
und trotzdem kraftvoll klang, die Mönche sangen die Weise in einem Kanon,
der den Gesang eine gewellte Struktur gab. Geotavan schritt langsam auf das
Becken zu, der Gesang schwoll weiter an, kurz vor dem Becken blieb Geotavan
stehen und von links und rechts traten jeweils ein Gaia an Geotavan heran und
nahmen im seine Robe ab und führten ihn zum Becken. Inzwischen waren die
anderen Mönche an den Rand des Beckens getreten. Unter dem ständigen
Gesang der Mönche tauchte Geotavan in die Flüssigkeit ein, die als
die Essenz des Lebens bekannt ist...
Als Geotavan wieder erwachte war es dunkel um ihn herum, er lag auf dem Rücken
auf einer harten Pritsche. Er fühlte sich größer, er wußte
nicht wie lange er in der Essenz gewesen war, es schien nur ein Moment gewesen
zu sein, aber sicher war es sich nicht. Als er sich aufsetzte fuhr er direkt
zurück, da sein gesamter Körper von innen wie Feuer brannte. Er fühlte
sich erschöpft, kam jedoch nicht zur Ruhe, da so viele Gedanken ihn quälten,
und nicht alle waren von ihm! Erschöpft, versuchte er sich erneut aufzuraffen,
doch die Macht der fremden Gedanken drückte ihn erneut zu Boden. Er versuchte
seine Gedanken zu ordnen und schaffte es schließlich auch.
Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er es schaffte sich aufzusetzen. Geotavan
starrte in die Dunkelheit hinein, ganz damit beschäftigt, nicht zu denken.
Endlich nach Stunden, wie er meinte, hörte er ein schabendes Geräusch,
und als er sich der Quelle des Geräuschs zuwand sah er einen schmalen Lichtstrahl
aus der schwarzen Wand dringen, der sich langsam verbreiterte und schließlich
zu einem Rechteck aus gleißenden Licht angewachsen war. In die entstandene
Türöffnung trat ein Schatten, mit einer Geste bedeutete er Geotavan
aufzustehen und ihm zu folgen. Geotavan erhob sich mühsam und schleppte
sich hinter dem Schatten durch die Tür. Als er sich in den Gang begab,
wurde er von dem gleißenden Licht geblendet, gewöhnte sich jedoch
schnell und spürte neue Kraft durch seinen Körper pulsieren. Endlich
hatte er genug Kraft um sich umzusehen. Er befand sich mitten auf einer Straße
, die mitten durch eine kleine Ansammlung von Kuppelförmigen weißen
Gebäuden, welche an einen Wald und an einem See lag. Überall zwischen
den Gebäuden schritten Gaia in weißen Roben, ebensolche wie auch
Geotavan eine trug, völlig schlicht bis auf die silbernen und grünen
Verzierungen an den Ärmeln und eine Brosche in Form des Symbols der Mutter
des Lebens, die die Robe zusammenhielt. Jeder dieser Gaia schien vollkommen
in sich selbst versunken und in tiefer Meditation befunden. Geotavan folgte
dem hochgewachsenen Gaia, der bis jetzt still geblieben war.
"Wohin gehen wir?"
"Schweig, Jungvater." antwortete der Gaia
Still gingen sie auf den See zu, Geotavan war vollkommen eingeschüchtert
und sagte gar nichts als der Bruder an den See trat. Erst jetzt merkte Geotavan
wie groß der andere war, mindestens 2 Meter 30, und er war fast genau
so groß wie der andere!
"Nun, Bruder ihr seit neu hier, hier werdet ihr lernen eure neuen Kräfte
zu meistern und die alten zu perfektionieren. Ihr werdet in allen Arten des
Kampfes geschult, sowohl psychisch als auch physisch."
"Moment einmal, kämpfen? Ich? Ich bin Forscher, kein Krieger"
"Auch forschen werdet ihr können, eure erste Pflicht ist jedoch euer
Volk zu führen und zu schützen und dafür müßt ihr
kämpfen können."
Mit einem resignierenden Schulterzucken fügte sich Geotavan in sein Schicksal.
Er lernte den Umgang mit allen Waffentypen der Gaia vom Dornengewehr über
die Bedienung einer Kernsamenschleuder bis hin zum Jaketayin, dem traditionellen
Amtsstab der Väter.
Niemals lernte er zusammen mit den anderen Jungvätern , obwohl, wie er
von seinen Lehrern erfuhr, mehrere Aspiranten nahezu zur gleichen Zeit dem Ritual
der Weihung unterzogen worden waren. Er verabscheute das Training an der Waffe,
vermied jedoch darüber zu sprechen und daran zu denken. Allerdings eines
liebte er, die Spaziergänge in den Hainen der Klosteranlage wo er mit dem
Bruder, den er zuerst hier gesehen hatte, meditierte und lernte das Bewußtsein
der Erdmutter zu kontrollieren und friedlich zu nutzen, oft verschmolz er mit
der Mutter des Lebens, war ganz eins mit ihr. Jedoch wurden ihm von Bewußtsein
der Natur nicht nur friedfertige Bilder übermittelt, dieser Planet war
einst vom alten Feind überfallen worden. Geotavan baute langsam einen ungezähmten
Hass auf den alten Feind auf, als er Bilder fallender Bäume und sterbender
Gaia sah, oft bekam er Alpträume und sein Firgun schmerzte vor altem Schmerz.
Nun sah er ein warum er lernen musste Waffen zu beherrschen. Auch körperlich
wurde er stärker und vor allen Dingen größer. Nachdem er fast
einen Zyklus trainiert und Körper und Geist gestählt hatte, wurde
er mitten in einer Meditationsübung von einem Hochgewachsenen Gaia aufgesucht.
Geotavan ließ sich nicht stören und ließ den anderen bis zu
Ende seiner Übung warten, gut eine Stunde! Schließlich erhob sich
Geotavan und sah den anderen an und registrierte, das dieser schon sehr alt
sein mußte, den er war schon leicht gekrümmt und besaß eine
spröde leicht gebräunte Haut, auch er trug eine weiße Robe,
jedoch war auf seine Brustseite das Symbol der Mutter des Lebens in grün
und Silber gestickt. "Ich bin Gozovon, Abgesandter vom Rat der Alten und
Priester unser allseits geliebten Mutter. Ich grüße sie Geotavan."
"Auch ich grüße sie ehrwürdiger Priester, was will der
hohe Rat von mir, ich habe meine Ausbildung noch nicht beendet."
"Sie ist beendet, sie waren der bisher beste Absolvent und nun brauchen
wir ihre Hilfe."
"Meine Hilfe? Wie kann ich helfen?"
"Seit sie vor 22 Jahren ihr Geotavaxin vorgestellt hatten, wurde es soweit
verbessert und in Megatonnen produziert. Nun werden wir einen Großversuch
starten."
"Großversuch?" Geotavan war vollkommen verwirrt, "Was
für ein Großversuch?"
"Erinnern sie sich noch an Desiron? Wir sind nun soweit, zu versuchen
ihn wiederzubeleben und dafür brauchen wir ihre Hilfe! Sie werden die Wiederbelebung
überwachen und der Großvater dieser neuen Kolonie werden."
"Ich bitte sie, das ist zuviel der Ehre"
"Sie werden diese Aktion überwachen, aus zwei Gründen, erstens
sind sie der beste Jungvater seit langen und zweitens haben sie das Geotavaxin
erfunden, ihnen gebührt die Ehre, aber seien sie gewarnt, Desiron liegt
weit von unserem Gebiet entfernt, ihre einzige Überlebensmöglichkeit
bei Kontakt mit anderen Spezies, außer dem alten Feind ist sich zu verstecken
oder den Weg der Diplomatie einzuschlagen. Sollten sie auf den alten Feind treffen,
kontaktieren sie sofort Geotax! Ansonsten haben sie nicht mit unserer Hilfe
zu rechnen, gegen einen massiven Angriff können wir uns frühestens
in 10 Zyklen wehren. Bis dahin sind sie auf sich allein gestellt."
"Ich danke ihnen" Geotavan verneigte sich vor dem ehrwürdigen
Priester und folgte ihm als er sich umwandte und ging. Sie gingen auf die andere
Seite des Waldes wo auf einer natürlichen Lichtung ein Ovaler Gleiter stand,
dessen Oberfläche wie Silber in der Sonne glitzerte.
Langsam schritten sie auf den Gleiter zu und stiegen über eine kleine Rampe
in das Innere des Raumschiffes. Dort wies sie der Pilot an sich enganliegende
Anzüge aus einem metallenen Stoff anzuziehen, "das sollten sie lieber
anziehen, der Druck der im All nicht mehr auf ihrem Körper liegt wird hiermit
nachgeahmt, außerdem sorgt es, bis wir auf dem Mutterschiff sind dafür,
das sie keine Schäden durch fehlende Photosyntese erleiden."
Schweigend nickte Geotavan, zog seine Robe aus, legte den Anzug an und legte
sich seine Robe wieder um. Kurz nachdem sie sich in ihre Sitzschalen gesetzt
hatten erbebte der Gleiter und hob ab.
Geotavan überkam eine leichte Übelkeit, ließ sich jedoch nichts
anmerken. Nach kurzer Zeit glaubte er sich leichter, "Wir haben soeben
die Atmosphäre von Geotax verlassen, Kontakt mit Mutterschiff in 10 Minuten,
Sichtschirm öffnen." Geotavan verschlug der Anblick den Atem, als
sich der Sichtschirm aufklärte und Sicht auf eine Flotte von verschieden
großen Schiffen, fast alle in Ovaler Form, bis auf das eine auf das sie
zuflogen, es war geformt wie ein Mantarochen, flach und äußerst grazil
und dennoch stark.
Langsam näherte sich ihr Raumschiff dem Heck des Mutterschiffes, wo sich
nahtlos eine Klappe öffnete und sie einließ. Ihr Gleiter blieb über
der Landerampe in einem Schwebezustand bis sich die Luke schloss, dann fuhren
Kufen aus dem Rumpf des Gleiters die über die gesamte Länge des Raumschiffes
reichten, anschließend sank ihr Gefährt herunter bis die Kufen den
Boden berührten. Geotavan wartete ungeduldig an der Seite von Gozovon bis
sich die Rampe auf den Boden senkte. Beide schritten würdevoll die Rampe
hinunter bis sie auf dem Deck ankamen, wo sie von in Silber gewandeten Gaia
in Empfang genommen wurden, einer der hochgewachsenen Gestalten löste sich
aus der Formation und schritt auf sie zu, verbeugte sich vor dem Priester und
nickte Geotavan zu:" Willkommen auf der ‚Iuno‘ ehrwürdiger
Priester, Jungvater, wollen sie mit auf die Brücke kommen, dort können
wir alles besprechen."
"Ich danke ihnen für die freundliche Begrüßung, Kapitän.
Aber unser junger Freund", bei diesen Worten wies er auf Geotavan,"
braucht seine Ruhe, es ist sein erster Raumflug. Ich komme mit, während
unser Jungvater sich erholt. Ich verabschiede mich". Geotavan und Gozovon
verneigten sich voreinander. Während der Priester und der Kapitän
in den einen Tunnel verschwanden, führte einer der Wachen Geotavan in einen
anderen Gang und zeigte ihm ein luxuriöses Quartier und Geotavan bedankte
sich und zog sich zurück.
Ausgeruht erschien Geotavan nach ein paar Stunden im Besprechungsraum des Schiffes,
wo er den Kapitän und Gozovon vorfand wie sie sich eine Holographie eines
kargen Planeten ansahen, die mitten im Raum schwebte.
"Für die Mutter einen neuer Tag", grüßte Geotavan.
"Einen neuen Tag wünsche ich euch auch, Jungvater, habt ihr euch
gut erholt, ihr wirkt erfrischt."
"Ja, danke der Nachfrage. Sind wir schon angekommen?"
"Ja, in wenigen Stunden befinden wir uns mit der Umlaufbahn von Desiron.
Wir haben 30 Schiffe mit Kolonisten und 10 Tankschiffe voll mit Geotavaxin.
Wie genau wollt ihr vorgehen? Wir haben zwar schon eigene Pläne aber wir
wollen eure Vorschläge hören."
" Ich dachte an Kapseln die auf die Oberfläche des Planeten geschossen
werden und von da aus das Geotavaxin versprühen. Oder wir setzten unsere
Gleiter ein und versprühen es auf diese Weise."
"Ich bin für die zweite Variante, wir können eigentlich kein
Material entbehren, und indem wir die Gleiter Nutzen verlieren wir nichts, sollte
es nicht funktionieren." warf er Kapitän ein.
"Nun gut", stimmte Gozovon zu," die Idee mit den Sprühgleitern
war auch mir gekommen, es sei, beginnen wir mit den Vorbereitungen.
"Bald wird dieser Planet wieder erblühen und das ist mein Werk."
Dachte Geotavan stolz.
Stunden später war die gesamte Flotte im Orbit von Desiron. Geotavan,
Dozovon und der Kapitän, der inzwischen als Gilfervun vorgestellt hatte,
standen nebeneinander und sahen zu wie die umgerüsteten Gleiter ausschwärmten
und zu hunderten Richtung Planeten flogen. Einige Minuten nachdem die Schiffe
in die Atmosphäre eingedrungen waren, tauchten überall auf der Oberfläche
riesige grüne Wolken auf. Nach kurzer Zeit war der gesamte Planet in einer
einzigen grünen Wolke eingehüllt. "Bis sich die Wolken legen
werden, wird einige Zeit vergehen, bereitet die Transplantation der anderen
Pflanzensamen vor, Kapitän. Danach sollen sich die Kolonisten bereit machen."
Mit einem militärischen Gruß verabschiedete sich Gilfervun.
"Und nun möchte ich mich mit ihnen unterhalten, mein junger Freund.
Es ist höchst beeindruckend was ihr bis jetzt und für ihr geringes
Alter vollbracht habt. Der hohe Rat hält große Stücke auf sie,
sie werden ihn nicht enttäuschen, sie dürfen ihn nicht enttäuschen!
Für dieses Projekt wurden viele Ressourcen eingesetzt, wenn sie versagen
müssten wir praktisch neu anfangen und zwar von Grund an. Wir führen
mehrere hundert Ableger mit uns, eine ganze Generation! Seien sie also vorsichtig,
verschwenden sie nichts, sie werden keinen Nachschub erhalten. Ihre Aufgabe
ist einfach, jedenfalls scheint es sie zu sein. Kommen sie mit ich will ihnen
die einzelnen Phasen erklären." Mit diesen Worten schritt der Priester
zu der Holographie in der Mitte des Raumes und bedeutete Geotavan mit einer
ausholenden Geste zu folgen. Interessiert wandte er sich der Holographie des
Planeten zu, während er Gozovons Worten lauschte:" Dies ist Desiron,
wie er jetzt aussieht, ein karger toter Planet, ohne jede Vegetation und Wasser,
nachdem die erste Phase der Transformation abgeschlossen ist erzeugen wir Wasser
welches zu gut einem Viertel den Planeten bedecken wird, daraufhin werden die
Setzlinge verteilt, dies sind die zweite und dritte Phase." Jedesmal wenn
Gozovon eine Phase erklärt hatte änderte sich das Bildnis des Planeten,
bis er sich schließlich als vor leben pulsierendes Paradies präsentierte.
Geotavan hatte Gozovon anfangs äußerst interessiert zugehört,
dessen monotone Stimme rückte jedoch schnell in den Hintergrund angesichts
des zukünftigen Wunders, das sich vor Geotavans Augen abspielte.
Als der Priester seinen Vortrag beendet hatte starrte Geotavan noch immer in
die künstlich erzeugt Kugel seiner Zukunft.
Jahre später trat Geotavan aus seinem schlichten weißen Amtsgebäude,
auf einem dichtbewaldeten Hochplatou, welches sich auf dem nördlichen Kontinent
Desirons befand. Vom Weltraum nicht sichtbar lebten hier schon tausende Gaia,
Nachkommen der ersten Ableger, in den Hainen der neu erwachten Welt, es waren
jedoch nicht nur Siedler, sondern auch Geotavans Leibgarde aus hundert Gainator,
Elitekrieger die ihm überstellt wurden, weniger um ihn zu beschützen
sondern vielmehr seinem Status gerecht zu werden.
Er genoß das Leben hier, er spürte die Energie des Lebens in ihm
pulsieren, hörte alle Geister aller Gaia dieser Welt in seinem Kopf. Jedoch
störte es ihn nicht, er verspührte sogar eine innere Freude darüber.
Sie hatten viel geschafft, eine Siedlung in den Bäumen wurde errichtet,
sein Haus war bis auf die Kapelle der Mutter des Lebens das einzige. Alles schien
ruhig, es schien ruhig...
Unterdessen war der imperiale Frachter 'Protheus' in den realen Raum eingebrochen.
"Verdammter Dreck, Jones, das war knapp. Beinahe hätte die Viecher
uns auch erwischt."
"Ja, Kapitän, wir ham' schon Schwein." Der drahtige Steuermann,
drehte sich zur Mitte der dunklen, lediglich von roter Notbeleuchtung erhellten
Brücke und sah den Kapitän, ein dreckiger, schmieriger, fetter und
unrasierter Mann mittleren Alters, hilflos an. "Der Rest der Flotte anscheinend
weniger, wir scheinen die einzigen zu sein die durchgekommen sind."
"Verdammte Scheisse, nur ein Schiff von hunderten, was solls machen sie
nen Schadensbericht. Erstmal müssen wir hier weg." "Ok, Sir."
Jones salutierte matt und trat ab.
Nach einer halben Stunde schlurte Jones wieder auf die Brücke. "Es
sieht schlecht aus Kapitän, unser Antrieb und unsere Navigation ist hinüber,
der Ingenieur sagt, er kriege die Navigation wieder hin, allerdings sei der
Antrieb ohne Aufenthalt in einem Raumdock nicht zu retten, wir haben lediglich
Steuerdüsen."
"Na, herrlich, wir sind verloren."
"Nicht unbedingt, ich habe da eine Idee, unser Funk funktioniert ja noch,
wenn wir in die Nähe eines Sternes kämen könnten wir unsere Position
bestimmen und die zur nächsten Versorgungsstation schicken, und die werden
uns hoffentlich retten."
"Gute Idee, Jones, versuchen wir unser Glück, schließlich will
ich die Fracht noch loswerden, ich will ja nicht auf dem Kram sitzen bleiben,
hunderttausend Tonnen Eisenerz, das gibt reichlich Knete. Fangen sie an und
suchen sie dieses System nach anderen Schiffen der Flotte ab, setzten sie dafür
die Shuttles ein."
Um einiges lebhafter salutierte Jones, einen Hoffnungsschimmer in den Augen.
"Herr Vater" ein junger Gaia eilte über die Wiese auf Geotavan
zu
"Der Mutter einen neuen Tag mein junger Freund, warum seit ihr so in Eile?"
"Unsere Gleiter haben ein gigantisches , schwer beschädigtes Schiff
das vor gut einer Stunde in dieses System eingedrungen ist gesichtet, kurz danach
begannen fremde Gleiter auszuschwärmen, was sollen tun?"
"Das ist in der Tat bedenklich, hält das Schiff seine Position?"
"Nein, es bewegt sich mit minimaler Geschwindigkeit auf den Mittelpunkt
des Systems zu."
Gerade als Geotavan etwas einwerfen wollte, trat der Offizier der Gaiantor vor:
"Herr, wir müssen handeln, wenn wir entdeckt werden müssen wir
unsere neue Heimat aufgeben!"
"Was schlagt ihr vor, Hauptmann Jerdan?"
"Gebt mir 20 Schattenranken, einen Gleiter und ich finde heraus was diese
Wesen hier wollen."
"Nein! Unsere einzige Chance zu überleben ist unerkannt zu bleiben."
"Aber wenn wir zögern, kommen mehr und gegen die können wir
dann nichts unternehmen."
"Von mir aus schon, aber ich muss Geotax kontakten. Bei diesem Fall muss
ich sichergehen, warten sie hier, ich ziehe mich jetzt zurück."
Mit einem Nicken drehte sich Jerdan um und ging zu dem Rest seines Trupps, der
Melder hatte sich bereits zurückgezogen.
Inzwischen hatte sich Geotavan auf den Boden seiner Hütte niedergelassen
konzentrierte sich auf die Kräfte der Natur, die durch sein Firgun strömte,
er bündelte die Energie und dachte an seinen Heimatplaneten Geotax. Innerlich
seufzte er auf als er mentales Echo verspürte, er legte sein Problem in
Gedanken dar und wartete auf eine Antwort. Als sie schließlich kam, war
er überrascht als er einen anderen Geist wahrnahm, als der, der als erster
geantwortet hatte, einen bekannten!
"Ich grüße euch Gozovon, ihr kennt mein Problem?"
"Ja ich kenne es."
"Und wie lautet euer Rat"
"Es ist derselbe eures Offiziers."
"Ich danke euch., ich verabschiede mich."
"Nein, nein wartet, ich will noch folgendes hinzufügen..."
"Sir, soeben empfangen von Shuttle fünf keine Signale mehr."
"Hm, Jones, welchen Sektor hat Shuttle fünf denn als letztes kontrolliert,
bevor der Kontakt abbrach?"
" Warten se, einen Moment, genau. Sektor 217b, einen Teil des Asteroidengürtels,
vielleicht wurden sie von einem kleinen Asteroiden getroffen."
"Möglich isses, schicken sie shuttle 4 und 1 mal vorbei, die sollen
sich das mal ansehen. Fliegen sie da mal mit, wir brauchen sie hier im Moment
nicht."
"Aye"
Kurz darauf schwebten zwei klobige, kleine Raumschiffe durch eine Wolke kleinster
Gesteinsbrocken. Bald meldete sich auf der Brücke von Shuttle eins eine
quäkende Stimme aus dem Lautsprecher: "Sir wir haben Shuttle Fünf
gefunden, jedenfalls das was davon übrig ist."
"In Ordnung, wir treffen uns an ihrer Position." Knirschend verstummte
die Kommunikationsanlage und Jones fiel mit einem Fluch auf den Lippen in den
unbequemen Kommandosessel zurück.
Als sie die Position des anderen Shuttels erreicht hatten, hatte die Besatzung
von diesem bereits damit begonnen das Wrack zu bergen. Unverkennbar war ein
riesiges Loch in der Außenhaut.
"Oh, Mann das soll ein Asteroid gemacht haben?" ungläubig trat
der Pilot des Shuttles neben Jones.
"Wer weiß, wir nehmen das Ding erst einmal mit, haben wir eigentlich
Leichen gefunden?"
"Keine Ahnung, glaub aber nicht"
"Wie auch immer, wir fliegen erst einmal zurück zur 'Protheus'."
Gut vier Stunden später im Hangar der 'Protheus', Jones
kam gerade durch die große Tür mit dem imperialen
Adler. Einer der Techniker sah von seinen Notizen auf.
"Ah, da sind sie ja." mit einer ausladenden Geste
lud der andere Jones ein, ihm zur Mitte des Raumes zu folgen
wo das Wrack des gut 20 Meter langen Raumschiffes lag, in dessen
Seitenwand ein Loch von ungefähr einem Meter Durchmesser
prangte.
" Guten Tag, Markussen."
"N’Tag, Jones."
"Was war das eigentlich, war das wirklich nen Asterioid?"
"Genau kann ich ihnen das auch nicht sagen, jedoch erscheint
mir das Loch zu gleichmäßig, außerdem ist der
Rest der Hülle kaum verformt. In das Innere des Shuttels
haben wir uns noch nicht gewagt, es könnten sich Oxidationsgase
bilden, deshalb haben wir es in einem Kraftfeld belassen."
"Haben sie irgendwelche Leichen gefunden?"
"Wir konnten lediglich zwei der drei Besatzungsmitglieder
im All tot bergen, sie erstickten, der letzte muss jedoch noch
in dem Shuttel sein. Aber wie gesagt wir wollten das Kraftfeld
nicht abschalten
"Jetzt muss es aber ausgeschaltet werden, Befehl vom Chef.
Die Sicherheit wurde in Alarm und Bereitschaft versetzt!"
"Warum das denn?" verwirrt fuhr sich der Techniker
über seine Glatze, "Ist das wirklich nötig?"
"Sieht so aus, ist halt das pflichtgemäße Vorgehen."
Währenddessen liefen rund 20 Mitglieder der Crew in Armaplastwesten
gehüllt und mit Lasergewehren und Laserpistolen bewaffnet
in den Raum und nahmen vor Jones und dem Techniker Aufstellung.
"Da sind wir, wie lauten die Befehle?"
"Bleiben sie erst einmal in Bereitschaft und pfuschen sie
uns nicht ins Handwerk." Der Techniker war vorgetreten
und hatte so schnell mit dem Sprechen angefangen, dass Jones
erstaunt zurückschreckte, jedoch fing er sich bald. "Nur
die Ruhe, die werden hier im Raum bleiben und aufpassen, dass
sie nichts kaputtmachen oder das Sie kaputtgemacht werden."
Mit einem Augenzwinkern verließ Jones den Hangar, da er
sich bewußt war welcher Diskussion er sich entwunden hatte.
Die Techniker bildeten sich auf ihr Verständnis für
Maschinen viel ein und sahen deshalb die kräftigen Männer
der Sicherheit nicht besonders gerne. Diese Soldaten machten
ihrer Meinung nach alles kaputt und seien unvergleichlich tumb.
Natürlich war es eher ein freundschaftlicher Streit, "aber
wer lässt sich schon gerne in die Karten kucken?"
Unterdessen ist das Kraftfeld um den Shuttle abgeschaltet worden,
Markussen, der Cheftechniker, und einer seiner Gehilfen kletterten
in das Wrack. Die Soldaten nahmen keine Notiz von ihnen, einige
unterhielten sich, ein paar würfelten und nur ihr Anführer
sah den beiden Wissenschaftlern aufmerksam hinterher wandte
jedoch auch den Kopf ab, als die beiden im Wrack verschwunden
waren.
Im inneren herrschte Dunkelheit, lediglich die kleinen Taschenlampen
und ein pipsender Sender erhellten den Raum.
Der Assistent verschwand in Richtung Maschinenraum während
Markussen das Cockpit untersuchte. Unsicher schlurfte er in
Richtung Steuerungsschaltpult als er etwas weiches an seinen
Füßen spürte. Als er seine Lampe darauf richtete
schrak er zurück. Vor ihm auf dem Boden lag Leichnam des
Piloten. Das Gesicht eingefallen und mit einer dünnen Eisschicht
bedeckt. Die Augen quollen aus ihren Höhlen und um den
weitaufgerissenen Mund waren Schaumflocken zu sehen. Entsetzt
ließ Markussen den Lichtstrahl seiner Lampe weiter an
dem Körper des toten Mannes herunter wandern. Als er den
Hals erreichte sah er stark ausgeprägte Würgemale.
"Was ist hier los?" sagte er leise. Im selben Moment
hörte er einen erstickten Aufschrei aus dem Heck des Wracks.
"Alles in Ordnung? Myers, hören sie?"
Langsam arbeitete sich der Techniker zum Loch in der Wand, als
keine Antwort kam.
"Leutnant, kommen sie, schnell!"
Die Soldaten sahen auf, wie Markussen kreidebleich aus dem Wrack
stolperte. "Da, da... da drinn ist irg, irgendetwas."
"Was soll da drinnen sein?"
"Ich weiß n... ." weiter kam er nicht mehr denn
ein Speer durchbohrte ihn von hinten, so dass die Spitze noch
aus der Brust ragte.
Kurz darauf sprangen gut 10 in silbrige Gewänder gehüllte
Wesen aus dem Wrack, mit langen Peitschen und anderen Waffen
fielen sie über die vollkommen unvorbereiteten Soldaten
her. Trotz heftiger Gegenwehr waren kurz darauf alle Menschen
im Hangar tot. Weitere Gestalten kamen aus dem Wrack, die, nachdem
sämtliche Ausgänge gesichert waren, das Loch im Wrack
flankierten. Aus diesem trat ein sehr hochgewachsenes Wesen
heraus. Es nahm seinen Helm ab und Geotavans Gesicht überblickte
kurz das Schlachtfeld. Er schritt auf die Leiche von Markussen
zu, der inzwischen vorne über gefallen war. Mit einem Ruck
zog er seinen Speer aus dem toten Körper.
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