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SEBASTIAN KUHN - "DER ERSTE PLANET"

TEIL II

Lässig schlendernd kam Jones auf die Brücke, die wieder voll beleuchtet war.
"Sir, Markussen untersucht gerade das Wrack."
"Aha, wann will er mit dem ersten Bericht kommen?"
"In einer halben Stunde"
Sich einem der Brückenoffiziere zuwendend: "Wann sind wir an den Koordinaten um unsere Position bestimmen zu können? Ach vergessen sie‘s, sagen sie mir einfach Bescheid wenn es soweit ist. Jones übernehmen sie die Brücke"
Ächzend erhob sich der Kapitän und trottete von der Brücke.

Mit einem Seufzer durchschritt der Kapitän die sich automatisch öffnende Tür und ließ sich wie ein nasser Sack auf sein schmales Bett fallen. "So eine verdammte Scheiße", dachte er während er sich erhob und aus einem kleinen Schrank eine Flasche, gefüllt mit goldbrauner Flüssigkeit, entnahm, entstöpselte und einen tiefen Schluck nahm. "Typisch, nur mir kann so etwas passieren, in irgendeinem gottverlassenen System gestrandet zu sein, und das einzige was ich zur Verfügung habe sind ein paar popelige Steuerdüsen." Mit diesen Worten nahm er erneut einen großen Schluck...

Mit einem riesigen Brummschädel erwachte er, als das elektronische Klingelsignal Sturm läutete. Mit einem unwilligen Fluch auf den Lippen richtete er sich auf und bahnte sich einen Weg durch das Chaos seines Quartiers, warf die leere Flasche in eine Ecke. Vor der Tür hielt er noch einmal an und versuchte einen klaren Kopf zu bekommen. Nach kurzer Zeit raffte er sich auf, lies die Tür öffnen und verschränkte die Arme vor der Brust um einen riesigen Fleck zu verdecken.
"Was‘n los, Jones?", fragt er diesen, der vor der Tür stand.
"Endlich bekom ich Sie wach, Sie schlafen ja wie ein Stein, ich wollte es ihnen schon vor 3 Stunden sagen: Markussen hat seinen Bericht nicht abgeliefert!"
"Und dafür wecken Sie mich?" Er drehte sich um und wollte wieder ins Quartier, als Jones ihn an der Schulter packte. "Käptn, es geht nicht um den Bericht, Markussen konnte den Bericht deshalb nicht abliefern, weil das mit einem Loch im Bauch so schlecht geht!"
"Wie ist er tot?", noch immer hatte er nicht ganz durchblickt was dieser dürre Kerl eigentlich wollte, dazu summten einfach ein paar Bienen zu viel in seinem Kopf.
"Ja und nicht nur er, sondern auch die eingeteilte Wachmannschaft. Jemand hat den Hangar mit einem Schlachthof verwechselt."
Jetzt war er wach, "Wissen wir was das war?"
"Identifikation war nicht möglich, sämtliche Überwachungsaufnahmen scheinen leer zu sein."
"Wer hat‘s entdeckt? Kommen sie, wir gehen auf die Brücke, dort sind wir sicher, wovor auch immer, außerdem brauch ich was zum wach werden, besorgen sie mir nen Kaffee."
Mit diesen Worten warf er sich die kurze Uniformjacke und knöpfte sie sich über das verfleckte Hemd, worauf sie sich über seinen Bauch wölbte. Einen Kompromis suchend, lies er sie offen, während er sich auf dem Weg durch die halbdunklen Gänge zur Brücke die Erläuterungen von Jones anhörte.
" Ich war es, der sie gefunden hatte, ich wollte gerade den Bericht abholen, hatte halt nichts zu tun, nun ja, als ich in den Hangar kam lagen sämtliche Leichen auf einem Haufen, oben auf Markussen.
Sein Brustkorb war total zerfetzt und auch die anderen Leichen waren aufs übelste zugerichtet. Die Wunden stammten von Schnittwaffen, es war also keine Explosion."
Sie waren gerade auf der Brücke angekommen.
"Jones, wie viele Soldaten haben wir noch?"
"Gut 30 ausgebildete Soldaten und zwanzig Mann Besatzung, wovon aber mindestens zehn gebraucht werden um den Kasten am Laufen zu halten."
"Ok, suchen sie sich die Leute raus die entbehrt werden können, zehn bleiben hier, zehn gehen zum Maschinenraum, und die restlichen durchsuchen das Schiff, und holt mir den Astrophaten her, wir können es uns nicht leisten ihn zu verlieren. Ach ja holen sie meine Waffen, wir verbarrikadieren uns hier! Ich habe keine Lust ein Risiko einzugehen. Wann sind wir im Zentrum, dass wir endlich unsere Koordinaten berechnen können?"
"Zwei Stunden Sir."
"Ok, dann wollen wir mal sehn."

"Herr Vater, kommen Sie."
"Was ist?
Geotavans Schatten löste sich aus der Wand, huschte über den dunklen Gang zu dem Krieger, der vor einer Schaltkontrolle eines Schott stand.
" Haben Sie etwas gefunden?"
"Ja, laut den Plänen, die wir in dem Hangar der Fleischlichen gefunden haben, müßte hier so etwas wie der Hauptcomputer hinter dem Schott liegen. Könnten wir diesen anzapfen, gelingt es vielleicht herauszufinden was diese Wesen hier suchen."
"Irgendwelche Wachen zu sehen, haben die Bioscanner Lebensformen hinter diesem Schott registriert?"
"Ja, es sind etwa zehn der Fleischlichen, es wäre töricht blindlings hier herein zu stürmen. Ich schlage vor, dass wir unser Teams teilen."
"Einverstanden, nehmen sie die Hälfte der Männer und beziehen sie im nächsten Deck Stellung. Auf mein Zeichen durchbrechen sie die Decke und werfen in den Raum einige Granaten, kurz darauf greifen sie an und ziehen dass Feuer auf sich, während Ich und der Rest frontal angreifen. Gehen sie in Position, sei die Mutter auf ihrem Weg."
"Und auf ihren, Vater, ich begebe mich in Ausgangsstellung."
Zackig salutierend wandte sich Hauptmann Jerdan ab beorderte einige der Krieger, die sich aus der Wand zu lösen schienen und verließ den Gang, sich einem kleinen Schott zuwendend. Geotavan wandte sich wieder der Wand zu und wenig später schien der Gang wieder leer.

"Smith nun kommen Sie schon.", aufkeimende Panik schwang in der zittrigen Stimme Sniders, des Anführers des kleinen Trupps von fünf Soldaten mit, als sich der Blinde langsam mit traumtänzerischer Sicherheit auf die Tür zubewegte. "Könnte dieser mutierte Krüppel sich nicht ein wenig beeilen", dachte der Mann, während er unruhig von einem Bein aufs andere wippte.
"Ich komme schon, Soldat, kein Grund ausfallend zu werden." , mit ruhiger Stimme sprechende kam der Astrophat aus der Kabine. "Was ist eigentlich los, dass sich unser Kapitän auf die Soldaten unseres Flugs besinnt?"
"Wir haben Alienkontakt, nun kommen sie schon, Ich soll Sie zur Brücke bringen, beeilen sie sich endlich."
Sein Tempo beibehaltend, bewegte sich Smith in Richtung Brücke, während der Soldat fast wahnsinnig vor gestauter Hektik wurde.
Sie hatten nur noch wenige dutzend Meter zu gehen, man konnte schon das Schott zur Brücke sehen, als es kurz zischte und zwei der Soldaten in die Knie gingen.
"Scheiße, was ist hier los, hey Meyers, bring Smith zur Brücke , Mitchell und ich geben dir Feuerschutz."
Einer der drei verbliebenden Soldaten packte den Astrophaten und rannte Richtung Tür, Smith hinter sich herschleifend.
Die beiden anderen suchten Schutz in Nischen des Ganges und feuerten aufs Geratewohl in die Dunkelheit. Die Lichtblitze durchschnitten die Schwärze. Als Meyers endlich das Schott erreichte, es zur Hälfte öffnete und Smith hindurchschupste, zogen sie sich unter Dauerfeuer zurück. Mitchell stolperte, versuchte sich zu fangen, passte kurz nicht auf und bekam einen Kopfschuß, der seinen Schädel wie ein Melone platzen ließ. Snider schreckte zurück und sein geordneter Rückzug nahm die Form einer wilden Flucht an. Meyers gab Feuerschutz und gleichzeitig sprangen beide blutbespritzt durch das sich schließende Schott. Hinter ihnen schlugen weitere Geschosse in den Titanstahl ein.
"Dreck, was war das?"
Der Kapitän kam zu den beiden am bodenliegenden herüber gerannt.
"Haben se gesehen was auf sie geschossen hat?"
"Nein, wir wurden überrascht, nur Ich und Meyers haben‘s geschafft."
Snider raffte sich gerade auf und begann sich das Blut aus dem Gesicht zu wischen, als das gesamte Schiff erbebte.
"Was war das, wo war das?"
"Kapitän, es wird Waffenfeuer im Zentralcomputerraum gemeldet, es scheint als ob unsere Leute unter schweren Feuer stehen."
"Geht hier denn alles den Bach runter? Snider sind sie in Ordnung?"
"Ja, Sir, bin bereit diesen Aliens in ihren verdammten Arsch zu treten."
"Ok, nehmen sie sich 10 Mann und gehen sie da runter, retten Sie was zu retten ist, wenn alles im Eimer ist, kommen Sie sofort zurück."
"Aye!"

"Wie geht es ihm?" Geotavan schritt an den menschlichen Leichen vorbei und beugte sich über einen Gaiakrieger, der am Boden lag, und sah einen anderen, der den anderen versorgte, fragend an.
"Leider nicht so gut, Herr Vater. Die Strahlenwaffe von einem der fleischlichen hat ihn verletzt. Zum Glück hatte seine Rüstung den größten Teil der Wucht aufgehalten, allerdings kann ich nicht viel für ihn tun, nun seit ihr an der Reihe, Herr Vater."
Zustimmend nickend ging Geotavan in die Knie, schloß die Augen und konzentrierte sich auf die, selbst in diesem Stahlkoloss im kalten Weltall vorhandene Energie der Mutter. Unter stillen Gebeten fokusierte er die Naturkräfte in seinen Händen, um die sich ein im milden Gelb schimmerndes Energiefeld aufbaute. Langsam legte er seine Hände auf den matten Körper, seine Gebete wurden lauter, bis sich die heilende Aura über den gesamten Körper erstreckte. Geotavan bemerkte wie die Kraft der Mutter nachließ, sein Ziel war jedoch noch nicht erreicht. Längst waren seine Gebete lauter geworden und hallten durch den ganzen dunklen Raum. Nun ließ Geotavan einen Teil seiner eigenen Energie in den Krieger fließen und endlich spürte er das geistige Echo in seinem Geist, erst langsam pochend dann immer schneller werdend reihte sich das Lebenssignal des Krieger in den Reigen der anderen ein, bis die Melodie in Geotavans Geist wieder harmonisch war. Der Krieger öffnete die Augen, Geotavan sackte in sich zusammen und die Aura erlosch.
Im selben Moment erschien Hauptmann Jerdan in der Tür, begleitet von drei Elitekriegern.
"Herr Vater, ich glaube fast die Mutter hätte unsere Mission verlassen, denn ich habe den betreffenden Fremden, dessen geistiges Echo Ihnen am stärksten erschien, nicht töten können. Der Erfolg eben dieser Mission steht auf dem Spiel, ich schlage als vor, dass wir so schnell wie möglich die Kommandozentrale der Fleischlichen angreifen und zerstören."
"Nein, wir sind nicht unverwundbar, außerdem bin ich geschwächt durch die Revitalisierung. Wir verbarrikadieren uns hier und planen unser nächstes Ziel."

Langsam robbte sich der Soldat an das Loch im Boden, bis er knapp über den Rand sehen konnte. Vorsichtig legte er Helm und Gewehr beiseite und nahm das Fernglas mit Restlichtverstärker zur Hand.
Den Feldstecher vor den Augen beobachtete er die Szene: Eine der Gestalten lag auf dem Boden scheinbar leblos zwischen den blutigen Leichen seiner ehemaligen Kameraden.
Eine andere kniete bei ihr, stand jedoch auf als die größte der seltsamen Wesen heranschritt. Interessiert vergrößerte der Soldat bis dieses Wesen sein gesamtes Sichtfeld einnahm. Der Soldat nahm das Fernglas ab als sich Snider heranschob und sich neben ihn legte.
"Haben sie schon etwas entdeckt?"
"Nein Sir, nichts besonderes, alle unsere Leute sind tot. Von den Aliens haben unsere Jungs nur eines erwischt, immerhin etwas es sind nur noch gut zwölf."
"Das reicht mir, los zurück zu den anderen."
Beide rutschten auf den Knien zu den anderen neun Kämpfer zurück, die in dem ausgebrannten Raum standen. Snider wandte sich an die Männer:
"So sieht die Lage aus: Die sind mehr als wir, wir haben jedoch den Überraschungseffekt auf unserer Seite. Das könnte unsere Chance zur Rache sein. Wir postieren uns um das Loch, jeder gibt nen paar Salven rein und dann rein in den Nahkampf, Bajonette aufpflanzen, jetzt zeigen wir diesen Viechern"
Langsam gruppierten sich die Soldaten um das Loch, die Gewehre im Anschlag, si gingen in die Knie und legten an. In diesem Moment begann ein tiefer sonorer Gesang, der immer lauter wurde. "Was ist denn das?", ungläubig legte Snider sein Gewehr ab als er den Gaiakrieger sah, den er vorher als tot geglaubt aufstand und sich letztlich ganz und gar lebendig in der Gruppe, der anderen, anschloß.
"Sind die denn unverwundbar? Nun, testen wir es aus, auf drei eröffnet ihr das Feuer, klar?", die anderen nickten stumm, "Das ihr aber jeder auf seinen eigenen schießt, wir haben keine zweite Chance!" Snider holte eine Granate aus einer seiner Taschen, zog den Ring und warf die Granate in das Loch. "Eins, zwei, DREI. Feuert, FEUERT das die Gewehre glühen!"
Sofort blitzen zehn Strahlen auf und die Granate detonierte mit brüllendem Lärm im unteren Raum.
" Da habt ihr es, ihr Dreckskerle." Mit wahnsinnigen Augen sprang Snider hinunter, immer weiter feuernd.

Chaos. Es herrschte Chaos. Ein absolut überraschender Angriff, hatte die Gaia auf dem falschen Fuß erwischt. Allein die Granate hatte zwei der Krieger zu Boden geworfen. Es waren Fleischliche, ohne Zweifel.
"Jerdan, los sammeln wir uns hinter den Kisten." Noch immer mit wankenden Gang versuchte Geotavan den Hauptmann zu erreichen. Wild gestikulierend versuchte der bereits die Verteidigung zu organisieren. Endlich sah er Geotavan:" Herr Vater hierher, los. Hier fangen sie!" Er warf Geotavan den Speer zu, dieser fing auf und fühlte sich bereits wieder sicherer mit dem wohlbekannten Gefühl der vertrauten Waffe in der Hand. Einer der Fleischlichen rannte auf ihn zu. Mit einem wilden Gebrüll seiner groben Sprache stürzte er sich auf den Vater. Geotavan sah ihm belustigt zu, dieser ungehobelter und untalentierter Kämpfer sollte ihn etwas anhaben können? Unvorstellbar! Doch er täuschte sich. In rasender Wut stürmte Snider auf ihn zu, duckte sich unter einem Speer stich hindurch und rannte mit seinem Gewehr, Bajonett voran, in Geotavan hinein. " Da hast du es!" Genüsslich drehte er sein Gewehr in Geotavan. Mit schmerzverrzerten Gesicht schalt sich Geotavan selbst in Gedanken für seine Überheblichkeit. Er packte Snider und warf ihn mit Leichtigkeit in die andere Ecke des Raums, wo dieser zusammensackte. Das Gewehr zog er aus seinem Körper und versucht, vor Schmerzen und Erschöpfung wankend, die anderen Gaia zu erreichen. "Rückzug, Jerdan helfen sie mir!". Entsetzt starrte der Hauptmann Geotavan an. "Ihr habt den Vater gehört, Rückzug!" Wild feuernd zogen sich die Gaia zurück, den schwerverletzten Geotavan mit ihren Körpern abschirmend. Die Menschen hielten sie nicht auf. Als sich das Schott schloß, raffte sich Snider wieder auf. "Schott versiegeln und Meldung machen." Zu dem Soldaten, der ihm aufhalf, sagte er: " Wie viele Männer haben wir verloren und wie viele die?"
"Wir haben vier Tote und fünf verletzte, sie eingeschlossen. Drei von den Verletzten werden es wohl nicht schaffen, Sie scheinen jedoch noch in Ordnung zu sein. Die Aliens haben lediglich drei verloren. Sehen Sie? Da vorne liegen sie."
Snider schritt durch den Raum. " Ich frage mich warum die sich zurückgezogen haben. Sie hatten weniger Verluste und waren sowieso mehr als wir, ob es an dem Kerl, den ich getroffen habe, was besonderes gibt?"
" Kelly, sie gehen zum Kapitän und erzählen was hier passiert ist, er soll uns nen paar Leute der Besatzung schicken um die Verwundeten und die toten Aliens abzuholen, Solange halten wir hier noch die Stelle, danach verduften wir wieder."
Salutierend ging ein Soldat ab.
Snider stützte sich auf ein verbranntes Terminal, die Ummantelung aus Plastik war geschmolzen und hatte den Speicher zerstört, das konnte selbst ein Laie wie Snider erkennen. Er wollte aber auf Nummer sicher gehen: " Holen sie mir die restlichen Granaten, wir hinterlassen jetzt mal verbrannte Erde!"

"Interessant, interessant." Vorsichtig löste der Mann einige Fasern des toten Gaias mit der Pinzette.
"Nun Howard, was können sie mir jetzt über unseren Gegner sagen?"
"Nicht viel, Kapitän. Ich bin lediglich jemand, den man in die erste Hilfe eingewiesen hat. Was ich jedoch sagen kann ist, dass dieses Wesen", damit zeigte er auf die Gaialeiche," kein tierischer Organismus ist, sondern Fauna!"
"Soll das heißen, das sind Pflanzen?" Ungläubig schaute der Kapitän Howard an. " Das ist doch wohl ein schlechter Scherz?!"
"Mitnichten, Kapitän. Es ist eine Pflanze. Mehr kann ich dazu auch nicht sagen. Ich schlage vor, dass wir die Leichen einfrieren um sie für die Wissenschaftler unseres geliebten Imperators zu erhalten."
"Einverstanden, der Nitritfrierer ist im Frachtraum und damit noch in unserem Einflussbereich innerhalb der Protheus."
"Bleibt nur noch das Problem der Lagerung, Sir. Wo bewahren wir die Pflanzen auf?"
" Ganz einfach, wir bauen ihnen einen Kühlschrank. Jones sorgen sie dafür, dass einige der Transporttorpedos entsprechend umgerüstet werden. Aber das mir keine dieser Leichen abhanden kommt." Und mit einem Händereiben fügte er hinzu: " Das gibt bestimmt ne extra Prämie!"
Jones ging mit einigen Soldaten und Technikern von der Brücke.
In diesem Moment kam Snider auf die Brücke. Er war noch einmal in den Computerraum zurückgekehrt um beim Transport der Leichen zu helfen.
"Snider kommen sie mal mit!" Der Kapitän winkte den Soldaten ihm zu folgen und blieb an einer Konsole stehen. Er deutete auf die holographische Darstellung, die auf der Konsole erschien: " Sehen sie, das ist die Protheus. Etwa zur Hälfte haben die Aliens es bereits eingenommen. Sie haben bereits den Hangar, den Computerraum 1 und 2 eingenommen. Wie es im Hauptcomputerraum aussieht, wissen sie ja selbst, aber unsere Leute im Maschinenraum sind komplett eingeschlossen."
" Wieviele Männer sind dort?"
" Ich habe zehn Mann hingeschickt, aber es könnten mittlerweile bereits deutlich weniger sein."
" Kapitän, als ranghöchster Offizier der Armee auf diesem Schiff schlage ich vor, Verstärkung zum Maschinenraum zu schicken, denn allem Anschein nach wollen sie nicht gestört werden, während sie uns abmetzeln. Wenn die es jetzt auch noch schaffen uns lahm zu legen, sind wir komplett verloren. Ich bin dafür, von allen anderen Posten außer der Brücke uns zurück zu ziehen und einen stabilen Korridor zwischen den Maschinenraum und der Brücke zu errichten, die Maschinen zu reparieren, so schnell es eben geht, und dann in heimatliche Gefilde abzuhauen."
"Ihr Plan ist zwar schön und gut, aber er hat einen Haken: Wir müssen erst so nah wie möglich an die Sonne heran um unsere Position zu bestimmen. Wir werden Hilfe rufen müssen, denn unser Antrieb ist hier nicht zu reparieren. Da fällt mir ein", zu einem Deckoffizier," wie lange brauchen wir noch um in Position zu sein?"
"Noch genau 2 Stunden, bei diesem Tempo."
" Das dauert mir viel zu lange, geht das denn nicht schneller?"
" Leider nein, wir haben ja nur Steuerdüsen."
"Ich wünschte ich könnte mich besaufen. Scheiße.", nun wieder zu Snider: " Warten wir bis Jones wiederkommt, dann nehmen sie sich nen paar Männer und gehen mal runter zum Maschinenraum. Vergessen sie bloß nicht ein paar Techniker mitzunehmen, vielleicht bekommen die noch was zusammen geflickt. Abtreten!"
Snider drehte sich um und ging zu seinen Männern.
Wenige Minuten später kam auch Jones wieder. Seine Begleiter und er waren unverletzt.
"Da sind wir wieder Chef. War alles ruhig, ich habe ein paar Leute unten gelassen, es schien mir unwahrscheinlich, das sie unten angegriffen würden."
"Endlich mal gute Nachrichten, kommen sie Jones. Wo haben sie die beiden Viecher gelassen?"
"In einem Frachttorpedo. Die Torpedos sind zwar noch nicht komplett umgerüstet, aber unsere beiden Pflänzchen sind schon einmal auf Eis gelegt. Ich dacht ich werde hier auf der Brücke eher gebraucht als da unten."
" Schon recht Jones." Zu Snider: "Sie haben Marschbefehl."
" Einen Moment noch, Sir."
" Was denn?"
" Ich würd gern einen oder zwei Flammenwerfer mitnehmen, ich habe Lust auf eine Brandrodung."
" Mir recht, klopfen sie diesem Unkraut auf die Finger."

Langsam gingen die Soldaten durch den dunklen Gang. Sie waren in ihrem langsamen Tempo schon seit einer halben Stunde unterwegs und waren noch immer nicht auf Widerstand gestoßen. Snider hatte eigentlich vorgehabt den geradlinigsten Weg zu wählen, allerdings waren sie einem Schatten gefolgt. Snider verfluchte sich dafür seine Prioritäten verworfen zu haben, jedenfalls waren sie vom Weg abgekommen. "Irgendetwas ist hier oberfaul, ich kenn mich nicht mehr aus, dabei lebe ich doch schon seit zwei Jahren hier auf dem Schiff." Die Gänge schienen immer dunkler zu werden und die kleine Kolonne geriet ins Stocken.
Einer der dürren Techniker wagt sich vor und fragte mit zitternder Stimme: "Sir? Snider?"
"Ja, was ist denn?"
"Ich hätte einen Vorschlag, wir kommen ja so nicht weiter! Also mein Vorschlag lautet wie folgt: Wir suchen uns die nächste Konsole und überprüfen unseren Standort."
"Einverstanden, da drüben ist schon das nächste Schott, darin dürfte ne Konsole sein."
Snider schritt zum Schott und öffnete es, verwundert wich er zurück.
In dem Raum kauerten sich drei Personen zusammen.
"Wer sind sie?" fragte er forsch.
" Wir sind Techniker aus dem Maschinenraum, aber bitte", der Mann sah sich nervös um," helfen sie uns hier raus, diese Aliens scheinen überall zu sein, sie haben uns in dieser Sektion isoliert, warum sie uns nicht getötet haben weiß ich auch nicht."
"Was machen Sie denn hier? Haben sie ihren Posten verlassen?" ärgerlich hob Snider sein Gewehr.
" Aber nein, niemals wären wir auf die Idee gekommen, aber", vorsichtig schob er Sniders Gewehr beiseite," beruhigen sie sich doch bitte. Sie wollen uns doch hoffentlich nicht erschießen?"
"Was macht man denn Ihrer Meinung nach mit Verrätern und Fahnenflüchtlingen bei direkter Feindbedrohung?"
"Lassen sie mich doch erklären," das Zittern in seiner Stimme war verschwunden, jedoch hatte ein schriller, nervöser Tonfall diese Position übernommen," Wir sind keine Verräter! Die Wachmannschaft hat uns als Boten losgeschickt, weil die interne Kommunikation ausgefallen war. Ich mußte sie auswendig lernen, soll ich sie jetzt sagen?"
"Später, kommen sie erst einmal mit, übrigens wo sind wir eigentlich, wir haben vollkommen die Orientierung verloren."
"Keine Ahnung, die Geräte geben widersprüchliche Aussagen: Einmal meinte die Konsole wir befänden uns auf der Brücke, ein anderes mal zeigte er an, wir seien im Frachtraum und ein weiteres Mal meinte sie wir wären im All, es ist zum Haareraufen. Wir haben uns hier verschanzt, weil wir uns nicht mehr raus trauten. Die beiden Soldaten, die mit uns gingen, wurden getötet und wir in diesen Teil des Schiffes isoliert. Ich bitte sie helfen sie uns raus!"
"Wenn ich nur wüßte wo wir raus kommen. Kommen sie erst mal mit."
"Danke, danke. Vielen lieben Dank."
"Schon gut, hier nehmen sie die Pistole, wissen sie wie man damit umgeht?"
Der Mann nickte. "Gut, es kann nämlich sein, dass wir kämpfen müssen und da brauchen wir jeden Mann."
Erneut nickte der Mann und auch die anderen beiden schöpften sichtbar erneut Mut. Die kleine Karawane bewegte sich weiter, nach einigen Minuten entdeckten Sniders Augen eine weitere Computerkonsole. Er drückte einige Knöpfe und nickte zufrieden: " Jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Weg. Komisch, dass wir uns verlaufen haben..."
Die Gruppe, von Snider geführt, setzte sich nun deutlich zielstrebiger in Bewegung. Nach einer guten Viertelstunde erreichten sie ein Schott. Der Zug bewegte sich immer langsamer, die Soldaten wurden immer unruhiger und suchten mit ihren auf den Waffen montierten Lampen die Wände und die Decken ab. Den Technikern erging es nicht gerade besser: Die meisten zitterten am ganzen Leib und hielten sich an ihren Waffen fest, das die Knöchel weiß hervortraten.
Als sie das Schott erreichten stellten sich die Kämpfer im Halbkreis auf, alles zielte auf die Tür, Snider betätigte den Türöffner...

Geotavan schlug die Augen auf: "Sie sind da, es geht los."

Die Tür ging langsam auf, Snider beugte sich vor und blinzelte in die Dunkelheit. Er schaute sich um und sah: nichts!
"Hier ist doch etwas faul! Die Gruppe teilen, jede einen Flammenwerfer! Teil eins kommt mit mir, der andere sichert das Schott und gibt Rückendeckung."
Es gab ein wenig Hektik als sich einer der Techniker in der Schlaufe seines Lasergewehrs verhakte und zwei andere torkelnd zu Boden riß. "Mein Gott, womit habe ich diese Versager verdient, ich muß aufpassen, dass die mich nicht abschießen!" ,fluchte Snider leise.
Langsam rückte sein Trupp vor, während der andere versuchte mit losen Metallteilen, die sie aus der Wandverkleidung rissen, eine niedrige Barriere zu bauen. Wiederrum schüttelte Snider den Kopf, womit hatte er das verdient. " Lasst den Scheiß! Wie sollen wir denn wieder rauskommen, wenn ihr uns den einzigen Zugang vernagelt? Also macht den Eingang wieder frei, oder ich schick einen von euch als Kundschafter vor, ob er dass überlebt ist nicht mein Problem! Habt ihr das verstanden?"
"Aber Sir."
"Was?!" Snider drehte sich ruckhaft zu Howard um, der den Flammenwerfer hielt.
"Ich finde sie übertreiben es ein wenig mit ihrem Kommando! Diese Männer da haben Angst und die wird ihnen doch wohl erlaubt sein!"
"Nicht wenn es die Mission gefährdet! Wer hat ihnen eigentlich erlaubt, sich so aufzuspielen, hä? Geben sie lieber den Flammenwerfer her, nachher schießen noch in die falsche Richtung! Los Howard, nehmen sie sich ein Gewehr und dann Marsch zurück ins Glied, ich kann hier keine Querulanten gebrauchen!"
Howard wollte noch etwas erwiedern, sah jedoch dann in die glänzenden Augen Sniders und beschloss, dass es besser für ihn war seinen Sergeant nicht zu reizen. Mit gesenkten Schultern schlurfte er zurück zur Gruppe.
Snider hingegen schnallte sich den Flammenwerfer um und befestigte an der mörderischen Waffe noch sein langes Kampfmesser, "besser als das Bajonett,", dachte er sich. "Dann wollen wir uns ein wenig der Brandrodung widmen."
Laut jedoch sagte er: "Bajonette aufsetzen. Das gibt nen heißen Tanz!"
Langsam rückte die Gruppe in den dunklen Raum vor.
Der Maschinenraum war nach den Frachtcontainern der größte des Raumschiffs. Zentral standen die Blockformigen Motoren aufgereit wie Bücherregale, um die Maschinen waren mehrere Kontrollkonsolen, von wo die Maschinen gewartet wurden. Die Motoren standen nun still, trotzdem war der Raum erfüllt von einem tiefen Summen. Waren das wirklich die Motoren?
Sniders Gruppe hatte gerade den Raum zur Hälfte durchquert, da hielt Snider vor einer der Konsolen an.
"Licht"
"Was?"
"Los machen sie Licht, in Dunkelheit kämpfe ich nicht gerne."
Einer der Männer machte sich an den Kontrollen zu schaffen. "Das Hauptlicht krieg ich nicht an, lediglich Notbeleuchtung." Meldete er
"Immerhin besser als nichts, also los anmachen!"
Kurz darauf wurde die Halle von einem düsteren roten Licht durchflutet, das es gerade mal möglich machte, die andere Seite des Raums zu erkennen, doch lag der größte Teil des Raumes noch immer in dunklen Schatten.
Eilig winkte Snider die andere Gruppe nach. "Los, Los, kommt schon, nicht so lahm. Vier Leute bleiben am Schott und warnen die anderen falls was kommt."
Er teilte seine Gruppe erneut, wieder blieben vier Soldaten und hielten die Stellung, während sich die beiden Haupttrupps langsam um den Reaktorblock bewegten.
Snider hielt auf halber Höhe neben einer Leiter an, die zu der zentralen Kontrollstation direkt über den Maschinen führte. Sein Finger wies die Stiege hinauf:" Zwei Mann da hoch, nehmt euch reichlich Munition mit, für den Fall das ihr Besuch bekommt." Zwei Mann traten salutierend ab.
Kurz darauf setzte sich der Zug erneut in Bewegung. Snider drehte sich gerade um die Ecke der Maschinen, als sein Blick erstarrte. Was er sah ließ selbst einen Veteranen wie ihn zurückschrecken. Sämtliches Personal des Maschinenraums, einschließlich der Wache, lag zu einem Haufen geschichtet an der Wand. Zitternd schritt Snider auf den Leichenhügel zu. Seine Arme sanken von seiner Waffe und hingen schlaff an seinem Körper hinunter. Er fiel auf die Knie und zog sich auf allen Vieren zu dem grausigen Fleischberg. Er suchte und er fand: Eine blutüberströmte Leiche in Mitte der anderen, genau wie Snider trug sie den Waffenrock seiner Einheit. Was vorher eine stolze Uniform war hing nun, von Blut besudelt und in Fetzen gerissen von einem zertrümmerten Körper. Auch das Gesicht war nur noch eine formlose Masse, doch Snider erkannte die Leiche, die einmal der Körper seines Freundes war, wieder. Bittere Tränen rannen seine Wange hinab, ohne, dass Snider es merkte. In diesem Moment zerbrach etwas in ihm und seine Augen glänzten. Jedoch nicht von Tränen, sondern von Wahnsinn.
Mit zitternden Knien richtete er sich wieder auf, seine Finger krallten sich nun wieder um das Gehäuse des Flammenwerfer, so stark, dass die Knöchel weiß unter der Haut durchschienen.
"Wo seid ihr, ihr verdammten Bastarde?"
Sniders Stimme zerschnitt die Stille des Raums. Und seine Frage wurde beantwortet: Plötzlich lösten sich gut zwei duzend Schatten aus der Wand und fielen über die Soldaten her. Doch noch bevor die Schattenranken ihre Opfer erreichten stürzten einige von ihnen unter dem Dauerbeschuss der verzweifelten Soldaten.
Die Menschen wußten, dass sie verloren waren, doch wollten sie ihr Leben so teuer wie möglich verkaufen. Snider hingegen war alles egal. Wie ein Berserker stürmte er in die Pflanzenkrieger, feuerte seinen Flammenwerfer in die Menge. Erneut sank ein Gaia zu Boden. Snider war sofort über ihn und stieß mehrmals sein Kampfmesser in den wehrlosen Kämpfer. Er realisierte gar nicht, dass sein Gegner bereits bei der Mutter war, doch plötzlich erschallte in seinem Kopf eine Geisterhafte Stimme:" Was bildest du dir ein, Fleischlicher! Ist das eure Art zu kämpfen? Die Toten zu schänden?"
Irritiert schaute Snider auf, sah aber niemanden, der zu ihm gesprochen haben könnte. Alle seine Männer waren im Nahkampf, bis auf die Zwei über dem Reaktor, diese feuerten, dass ihre Gewehre glühten in die Menge der Angreifer. Doch auch sie würden bald nicht mehr feuern, denn Snider sah einen der Aliens bereits die Leiter hinaufklettern. Wild rufend und gestikulierend versuchte Snider die beiden zu warnen. Sie hatten ihn verstanden, aber auch sie können ihn nicht gerufen haben, wer dann?
Ärgerlich wischte Snider die Gedanken weg, er mußte seinen Männern helfen!
Wieder versuchte einer der Aliens die Leiter zu erklimmen, um die unliebsamen Heckenschützen los zu werden. Snider stand am nächsten und hilt die rauchende Öffnung in richtung des fremden Kämpfers, zog den Abzug, doch nichts passierte. Die Waffe hatte sich überhitzt und würde erst später wieder funktionieren. Frustriert machte sich Snider auf um die Gefahr mit bloßer Hand zu beseitigen.
Er erreicht die Leiter gerade noch rechtzeitig und ergriff den Fuß des Aliens über ihn und zog es herunter. Erstaunt über seinen Gegner drehte sich der Krieger um und hob drohend seine Peitsche. Nun wurde dem Mensch bewußt, dass es ein Fehler war solch einen Gegner zu reizen. Den ersten Schlag konnte er gerade noch abwehren, doch bald entwickelte sich geradezu ein Gewitter von Schlägen und Snider wich immer mehr zurück, schon einige leichte Wunde davontragend.
Als Snider kontern wollte, wich sein Gegner geschickt aus und Snider lief ins Leere. Bald wußte er , dass er diesen Kampf nicht überleben würde, da fiel er über eine am Boden liegende Leiche, die in einer Blutlache lag. Vor ihm baute sich der Gaia triumphierend auf und schien höhnisch auf den rücklings liegenden Snider hinab zu blicken. Weit holte er mit seiner Peitsche aus und ließ sie knapp vor Sniders Nase wegschnappen. Vorsichtig versuchte Snider von dem anderen weg zu rutschen, doch der ließ nicht locker und begann ein Katz und Mausspiel mit dem unterlegenen Soldaten. Na warte, dachte der sich, dir zeig ichs, du Kampfgemüse! Plötzlich sackte Snider zusammen, der Gaia bückte sich erstaunt über den Menschen. Snider merkte wie der andere sich über ihn beugte und spannte seine Muskeln zum Sprung bereit an. Mit einem Mal stürzte Snider vor und rammte dem anderen sein Kampfmesser bis ans Heft vor. Die bislang so geschmeidigen Bewegungen des Gaia wurden ruckhaft und er versuchte verzweifelt sich zu befreien.
"Soll ich dir mal was sagen?", bellte Snider seinem Kontrahenten ins Gesicht
,"Mein Flammenwerfer funktioniert wieder!", und zog den Abzug durch und füllte die Wunde mit flüssigen Promethium. "Da hast du´s!"
Immer mehr des brennendes Gases floß in den geschüttelten Körper und Flammenzungen brachen bereits auf der anderen Seite durch.
"Es reicht!" Schon wieder diese Stimme in seinem Kopf, das ging doch nicht mit rechten Dingen zu!
"Wer bist du verdammt?"
"Dein Tot!"
Mit diesen Worten stürzte Geotavan aus dem Schatten auf Snider, wild seinen Speer schwingend.
"Du wirst büßen, für deine Verbrechen!" dröhnte es in Sniders Kopf.
"Ich? Für meine Verbrechen? Ihr habt uns doch niedergemetzelt!"
"Was weißt du denn schon?"
Snider griff erneut zu seinem Flammenwerfer, drückte ab und fluchte, denn er hatte seinen Vorrat bereits aufgebraucht.
Hilfesuchende sah er sich um. Er war allein mit diesem Alien, die anderen hielten sich im Hintergrund und Sniders eigene Leute waren alle tot, oder röchelten ihre letzten Atemzüge. Er war verloren!

Der Sessel drehte sich und der Kapitän sah besorgt in Jones Richtung:" Haben wir schon Nachricht von Snider?"
"Nein, er hat sich seit zwanzig Minuten nicht mehr gemeldet. Ich frage mich allerdings auch was da unten passiert."
"Was ist denn mit den internen Sensoren, haben wir die wieder hingekriegt?"
"Nein, die Techniker arbeiten noch daran. Die Sensoren sind frühestens in knapp einer Stunde wieder einsatzfähig."
"Also eine halbe Stunde bevor wir unsere Position bestimmen können. Setzten sie alle freien Techniker auf die inneren Sensoren an, ich fürchte wir können den Maschinenraum vergessen. Deshalb denke ich ist es sinnvoller erst einmal nicht völlig blind gegen unseren Gegner zu kämpfen. Ach hätten wir unsere Position doch schon längst berechnen können!"
"Also Käptn, was das betrifft hätte ich eine Idee, könnte jedoch verdammt schief gehen!"
"Ich wüßte nicht was wir bei dieser Misere noch groß zu fürchten hätten, raus damit Jones."
"Ich dachte nur daran, dass unsere Shuttles im normalen Raum schneller als die Protheus selbst sind, da wir ja nur mit Steuerdüsen fliegen..."
"Worauf wollen sie hinaus?"
"Ich könnte versuchen ein Shuttle zu nehmen, der Protheus voraus zufliegen und unsere Position zu ihnen rüberschicken."
"Sie Witzbold, wissen sie denn nicht, dass der Hangar vom Feind gehalten wird? Für eine solche Aktion bräuchten sie alle unsere Männer um überhaupt an ein Shuttle ranzukommen und selbst dann ist es zweifelhaft ob ihre Idee Erfolg hat. Denken Sie sich etwas besseres aus."
Jones ließ die Schultern sinken und begab sich wieder an seine Station. "Wenn er mich es doch wenigstens versuchen ließe!" ,dachte er schmollend.
Doch er wurde vom Kaptän erneut aus seinen Gedanken gerissen. " Nun, Jones, wie viele Männer haben wir noch?"
"Mit Ihnen und mir insgesamt noch gut 15 wehrhafte Männer. Um die Brücke halten zu können brauch wir mindestens 10, drei allein um die Funktionen aufrecht zu erhalten. Abzüglich der beschäftigten Techniker haben wir nur knapp fünf Kämpfer. Snider und seine Gruppe sind dabei nicht eingerechnet."
"Verdammt das sind wenige. Warten sie noch die internen Sensoren ab und dann lasse ich sie mit drei Mann zum Hangar gehen. Aber hauen Sie bei der geringsten Gefahr bloß ab!"
"Danke Käpt`n." Mit Feuereifer machte sich Jones nun daran, die Sensoren möglichst schnell wieder in Betrieb nehmen zu können.
"Ich hätte da noch nen Vorschlag: Unser bisheriger Kurs war nicht der direkteste, wie sie wissen.
Wir hatten vorgehabt das weitläufige Asterioidenfeld zu umfliegen, um keine zusätzlichen Schäden zu riskieren..."
"Ja, und?"
"Wenn wir dieses Wagnis jetzt eingehen, können wir den zentralen Stern schneller erreichen, bei den bekannten Risiken."
"Wieviel schneller und was für Schäden könnten wir maximal erhalten?"
"Nun, die Hülle könnte zerrissen werden und wir alle in den Weltraum geblasen," als Jones die entsetzten Augen seines Chefs sah, fuhr beschwichtigend fort," aber das ist nur der schlimmst möglichste Fall und äußerst unwahrscheinlich, die Protheus wird sicherlich einige Kratzer abbekommen, aber sie ist ja auch solide gebaut. Und was die Zeitersparniss angeht, wir wären eine knappe Stunde schneller."
"Na, das Risiko gehe ich ein, Kurs ändern"
Jones drehte sich wieder zu seiner Konsole um den Befehl auszuführen.


Zitternd stand Snider mit dem Rücken zum Maschinenblock. Kalter Schweiß rann seinen Körper hinunter und floß in seine zahllosen kleinen Wunden. Schnitte hatten seine Uniform zerfetzt und hing in Lumpen von ihm herab. Snider biss die Zähne zusammen als der salzige Schweiß die Risse und tieferen Schnitte seiner Haut benetzte. Warum tötete dieses verdammte Alien ihn nicht endlich? Warum wollte es ihn leiden sehen. Erneut kam das seltsame Wesen auf ihn zu, wieder hob es seinen Speer und Snider kniff die Augen zu, den Todesstoß erbetend. Doch erneut blieb der erlösende Stoß aus.
Aus Wut über den Sadismus der Kreatur, schrie Snider sie an: "Was willst du von mir? Was willst du von uns, warum seid ihr hier?"
Zu seiner Verwunderung ließ das Wesen den Speer sinken und antwortete: "Ich verteidige nur mein Volk vor der größten Gefahr für uns: Der Entdeckung. Würdet ihr euer Ziel erreichen, währt ihr in der Lage gewesen unseren Planeten zu entdecken. Wir wissen, dass ihr dieses System kennt. Euch wäre eine entscheidene Veränderung aufgefallen und bald hättet ihr uns entdeckt. Dann wären andere gekommen um uns anzugreifen, das allerdings wäre unser Untergang gewesen. Deshalb müßt ihr sterben, auf dass ihr es keinem erzählen könnt."
Erneut hob das Wesen seinen Speer. "Nun stirb, damit wir leben können."
Seinen Tod vor Augen sehnte Snider sich nach dem befreienden Schlag. Doch plötzlich erwachte der Soldat in ihm zu neuen Leben. Die Informationen die er erhalten hatte waren bestimmt von immenser Wichtigkeit für das Imperium. Er durfte erst sterben, wenn er die Informationen weitergegeben hatte. Verzweifelt begann er die nähere Umgebung nach einer Waffe abzusuchen, fand jedoch nichts. Da stieß Geotavan zu, Snider rollte sich jedoch zur Seite und die Speerspitze traf nur kalten Stahl. Snider rannte um sein Leben, hinter ihm der wütende Gaia. Er brauchte eine Waffe, Sein Kampfmesser hatte sich längst von dem nutzlos gewordenen Flammenwerfer gelöst, der jetzt um Sniders Leib baumelte. Hastig riss er den Waffengurt von seinen Schultern und warf Geotavan die Waffe im vollen Lauf vor die Brust.
Erstaunt über den unerwarteten Angriff wich der Gaia zurück. Nun, Snider hatt etwas Zeit gewonnen, doch nicht viel. Eine Waffe, er brauchte eine Waffe. Er raste um die Ecke des Maschinenblocks auf den Leichenstapel zu und fand endlich, was er suchte. Eilig fummelte er die Granaten aus ihrer Halterung an einer der zerfetzten Leichen. Endlich konnte er sich wieder verteidigen. Schnell war eine Granate entsichert und landete, von Sniders Hand geworfen direkt vor Geotavans Füßen. Snider glaubte schon seinen Feind besiegt zu haben, als sein irres Grinsen einer enttäuschten Geste Platz machte. Aus Versehen hatte er eine Rauchgranate geworfen und der Qualm vernebelte lediglich die hohe Gestalt des Aliens.
Wütend trat Geotavan aus der Wolke und schleuderte seinen Speer auf Snider und durchbohrte dessen Arm. Schrecklich brüllte Snider auf und wollte in sich zusammensacken, aber der Speer hatte ihn an der Wand festgenagelt. Jetzt ist alles aus, dachte er sich als Geotavan triumphierend auf ihn zu schritt.
Das Alien zog ein langes Messer aus seinem Anzug und machte sich bereit zuzustoßen, als das gesamte Schiff erbebte.

"Was war das?"
"Ein Asterioid, ich sagte doch Käptn, diese Route ist riskant! Wir haben noch 20 Minuten Weg durch das Trümmerfeld vor uns. Das war schon einer von den größeren Brocken, hat uns ne nette Delle irgendwo im Bereich der Frachträume gemacht, ich versuche heraus zu finden, ob die Hülle durchbrochen wurde, dauert aber noch was. In der Zwischenzeit schotte ich den groben Umkreis weiträumig ab."
"Wenn das ein größerer Klumpen war, haut uns ein richtig großer komplett in Stücke, können sie nicht noch etwas aus dem Antrieb raus holen? Energie umleiten, oder so?"
"Nun es gäb die Möglichkeit, Energie aus dem Schwerkraftsgenerator abzuleiten, auch aus der Lebenserhaltung wäre noch was zu holen, aber..."
"Was aber?"
"Snider und seine Leute sind da noch unten!"
"Da ist was wahres dran. Schalten sie trotzdem überall außer auf der Brücke, die künstliche Schwerkraft aus, halten sie die Sauerstoffversorgung nur noch hier, im Maschinenraum und der mit Snider verabredeten Route zwischen Brücke und Maschinenraum aufrecht. Wieviel bringt uns das an Zeit?"
"Also, wenn wir zusätzlich noch die aufrechterhaltene Lebenserhaltung auf Minimum stellen wären wir bereits in 5 Minuten aus dem Feld und in knapp 20 Minuten an einer Position, von wo wir unsere Koordinaten bestimmen können. Allerdings können wir dann praktisch nur noch extrem langsam bewegen. Jede hastige Bewegung könnte ein Herzversagen einleiten. Ein Kampf wäre allein durch die schnellen Bewegungen absolut tödlich, auch wenn man nicht verwundet wird!"
Grimmig blickend nickte der dicke Mann auf dem Chefsessel: "Tun sie es Jones!"

Snider hustete. Dieses Pflanzenwesen hatte sein Messer in seine Rechte Schulter gerammt und anscheinend seine Lunge verletzt, denn mit jedem Hustenanfall versprühte er feine Bluttropfen auf seine Uniform. Warum tötete ihn dieses Wesen nicht? Was hatte er verbrochen, dass man ihn so marterte? In einem Anflug von Galgenhumor dachte er, ob dies vielleicht seine Strafe sei für das regelmäßige Unkraut jäten in dem Garten seiner Eltern.
Bitter lachte er auf.
Das Alien drehte sich überrascht um und musterte ihn wie ein Studienobjekt. Als würde er in einem Labor untersucht.
Erneut dröhnte die Stimme des anderen in seinem Kopf: " Bereust du nun in den Bereich der Gaia vorzustoßen? Wenn wir euch den Durchzug gewährt hätten, hättet ihr uns bemerkt! Es ist widersinnig, euch zu bekämpfen, ihr seid fleischliche, genau wie der alte Feind. Auch ihr zerstört nur, es ist die Natur des alten Feindes, der, der alles Leben auslöscht und es absorbiert. Pah! Ihr seid genauso wie der alte Feind, der, der unsere Familien quälte und verschlang. Nun werdet ihr gequält!"
Jenseits der Schmerzen erwachten Sniders Gedanken:" Der alte Feind? Der, der alles verschlingt und tötet, er meint doch nicht etwa..."
Erneut lachte er auf, und ein Schmerz durchzuckte seine Brust und lies das Lachen verstummen, Zorn flammte in seinem Inneren auf. Sein Wahnsinn brandete erneut auf und seine Augen schienen von doppelten inneren Feuer zu glühen, als er dem Alien entgegen brüllte:" Was du hältst mich für eine Abart der Tyraniden? Meine Familie wurde ermordet von diesen Viechern, als ich auf Einsatz war und du wagst es mich mit einem dieser Monstren zu vergleichen? Hier nimm, was dir gehört!" Mit schier unmenschlicher Kraft riss er sich den Speer aus dem Arm und schleuderte ihn auf das Pflanzenwesen, das jetzt nur noch sein Messer trug. Die gewaltige Waffe schien auf der Welle des Zorns zu reiten und raste auf Geotavan zu.
"Das ist meine Rache!" geiferte Snider und ging in die Knie, vom Schmerz überwältigt.
Kurz darauf wurde ihm schwarz vor Augen und sackte auf dem Boden zusammen, allerdings sah er noch wie im letzten Augenblick bevor der Speer Geotavan traf, eine andere Gestalt von der Seite heran lief, den Vater zur Seite warf und selbst zum Opfer des Speers wurde. Seine Rache war misslungen.

"Jerdan. Jerdan! JERDAN nun reden sie mit mir." Geotavan hatte sich bereits wieder aufgerafft und kniete nun neben seinem treuen Hauptmann. Verzweifelt schüttelte er den leblosen Pflanzenkörper und gab schließlich auf als er Jerdans geistiges Echo in seinem Ohr verstummen hörte. Die riesige Wunde war zuviel für den Gaia gewesen. Der Speer, von Snider mit unmenschlicher Wucht geworfen hatte Jerdan durchbohrt.
Langsam erhob sich Geotavan wieder in seiner vollen Größe und zog den Speer aus dem Leichnam Jerdans."Diese Waffe ist nun entweiht! Zum ersten Mal seit ewigen Zeiten hat die Waffe eines Gaias einen anderen getötet. Heilige Mutter vergib diesen Frevel und gebe mir die nötige Kraft ohne die Hilfe meines Champions über dein Volk zu herrschen."
Einer der umstehenden Gaia schritt zögernd auf den jungen Vater zu, wie alle anderen in dem Raum war er geschockt von dem plötzlichen Aufbäumen Sniders und dessen Angriff auf Geotavan: "Aber Herr Vater, könnt ihr nichts mehr für ihn tun, schließlich habt ihr auch mich geheilt."
"Nein leider nicht, Jerdan ist durch eine gesegnete Waffe gestorben, ihre Macht ist weit größer als die der Waffen der Fleischlichen. Aufgrund dieser Macht und des Frevels an der Waffe vermag ich Jerdan nicht zu heilen. Nicht ich allein, aber mit der Hilfe einiger anderer Väter wäre dies noch immer eine Möglichkeit. Doch wir müssen uns beeilen, denn das Ritual muß vollzogen werden, bevor die Mutter Jerdan komplett verlassen hat.
Aber ich sehe, ich habe viel Zeit verloren. Gestatten wir den Fleischlichen zum Zentrum des Systems zu gelangen ist unsere Mission gescheitert. Wir müssen dieses Schiff zerstören und so schnell wie möglich nach Desiron zurückkehren.", sich an die anderen Soldaten wendend sagte er:" Nun müssen wir die Positionen für die Sprengsätze berechnen. Beeilung und du", Geotavan drehte sich wieder zu dem Soldaten um, der ihn angesprochen hatte, "rufst einen Gleiter hierher. Sie sollen sich beeilen, aber trotzdem möglichst darauf achten nicht von den Fleischlichen gesehen zu werden."
Salutierend ging der Soldat ab.

"Sind Sie sicher Kapitän? Das wäre das Todesurteil für Snider und seine Männer!"
"Ich weiß aber es muß sein, wahrscheinlich sind sie sowieso schon tot. Schalten sie die Lebenserhaltung und die künstliche Schwerkraft bis auf die Ausnahmen hin ab und leiten sie die Energie in den Antrieb um!"
"Aye, wie Sie meinen Sir.", antwortete Jones und betätigte einige Schalter auf seiner Konsole um vor der er saß. Für einen Augenblick schwankten einige Anzeigen auf der Instrumententafel und Jones befürchtete, es könnte nicht geklappt haben, dann aber gingen mehrere Skalen auf null, während eine andere nach oben schnellte. Die Protheus machte einen Sprung nach vorne.
"Es funktioniert", jubelte Jones," Jetzt sind wir bald auf einer Position, von der wir unsere Lage bestimmen können."
"Perfekt," der Kapitän klopfte Jones anerkennend auf die Schulter.

Im Maschinenraum allerdings herrschte Chaos und Verwirrung. Mit einem Male schwebte alles im Raum was vorher gestanden oder gelegen hatte. Leichen schwebten an den Gaia vorbei und behinderten sie bei ihren Berechnungen, die sie nun sowieso nicht mehr durchführen konnten, da sie nun einen halben Meter über ihren Konsolen schwebten.
"Was soll das? Ist das die Art der Fleischlichen zu kämpfen? Warum tun die das? Soldat!"
Einer der Gaia wandte sich zu Geotavan um: "Herr Vater?"
"Soldat nehmen sie sich, sobald sie mit den Sprengladungen fertig sind, eine Hand voll Kämpfer und finden heraus warum wir hier schweben und dann nehmen sie sich diese Kämpfer und sorgen dafür, dass das Schweben sofort aufhört!"
"Wie sie meinen, Herr Vater."
Der Gaia versuchte sich einigermaßen zu stabilisieren und zog sich an Handgriffen zu den anderen und suchte einige aus.
In diesem Moment stieß ein menschlicher Körper an Geotavan und brachte beide ins Trudeln. Wieder eine von den fleischlichen Leichen dachte Geotavan, als er versuchte die Drehung zu stoppen. Aber Moment, der Körper war noch warm und gab keuchende Geräusche von sich. Das muß dieser Anführer von denen sein, der, der bis zuletzt standgehalten hatte. Widerwillig durchströmte Geotavan ein Gefühl von Anerkennung für seinen Gegner. Nicht nur, dass er ein interessanter Gefangener war, der bestimmt einiges über sein Volk zu erzählen wissen mußte, nein er würde auch ein interessantes Studienobjekt abgeben, denn: Kenne deinen Feind.
Aber warum keuchte der Mann so? Vielleicht lag er bereits im sterben, dabei hatte er eigens darauf geachtet ihn nicht zu sehr zu verletzen, schließlich wollte er den Tod des anderen genießen. Es mußte mit etwas anderem zu tun haben.
Was fehlt ihm bloß? Sorge um sein Studienobjekt war in Geotavan erwacht. Hastig winkte er einen anderen Soldaten heran und weiß ihn an sich um Snider zu kümmern. Einen toten Gefangen kann man schließlich nicht verhören.
Nachdem die Wunde Sniders versorgt war und die Blutungen gestillt, kam er wieder zur Ruhe und atmete nur noch flach.
Sich zu dem Soldaten runter beugend fragte Geotavan: "Woran liegt es, dass er eben noch wie Berserker kämpfen konnte und nun fast erstickt ist. Die Wunden können nicht so stark gewesen sein!"
"Herr Vater, sie müssen bedenken, dass diese Wesen anders funktionieren als wir. Ihre Atmung beruht aus Sauerstoff unsere auf Kohlenstoffdioxid."
"Ja, und?"
"Ohne das wir es bemerkt haben müssen die Fleischlichen die Sauerstoffversorgung eingeschränkt haben. Wir waren ja nicht davon betroffen. Ich habe meine Vermutung gerade eben bestätigt,", er wies auf eine der Konsolen, dann auf Snider," solange wie wir ihn ruhig halten können, wird er überleben. Aber ,wenn ich fragen darf, warum überhaupt?"
"Ich habe meine Gründe. Das dürfte Ihnen ja wohl genügen. Was können wir tun, damit er einen Trip in einem Gleiter überlebt? Dort gibt es ja keine Sauerstoffversorgung." ,sagte Geotavan kühl.
"Da werde ich wohl etwas improvisieren müssen."
"Ja das werden Sie."

Erneut erschütterte ein Meteorentreffer die Protheus.
"Verdammt, Jones. Sind wir endlich durch?"
"Ja Käptn, das dürfte der letzte gewesen, wir sind nämlich jetzt ausm Feld endlich raus.
In gut einer Viertelstunde sind wir auch endlich an der richtigen Position. Und noch eine gute Nachricht: Ich habe die internen Sensoren wieder auf Trapp gebracht. Gerade in diesem Moment sind sie wieder online."
"Immerhin etwas. Hm, aber Jones warum blinkt denn hier soetwas?"
"Was? Ach dass, einen Moment." Eifrig tippte Jones auf seiner Tastatur und immerneue Fenster mit Texterklärungen öffneten sich. Aufmerksam laß sich Jones alles durch, lehnte sich zurück und :"Scheiße"
"Was ist?"
"Das, was da blinkt sind Sprengsätze, praktisch überall im Schiff, hauptsächlich jedoch im Maschinenraum. Wenn die Dinger hochgehen säuft unser Antrieb ab und das ganze Schiff dazu?"
"Was soll daß heißen?"
"Daß soll heißen, dass, wenn unsere Gemüsekrieger da unten auf das rote Knöpfchen drücken ist die Protheus Geschichte, und alle die darauf sind auch!"
"Verdammter Dreck, und was machen wir jetzt?"
"Wie es aussieht können wir diese Aliens nicht daran hindern das Schiff hoch zu jagen , dass haben alle unsere Soldaten nicht geschafft. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: Flucht!"
"Die Protheus verlassen? Das wäre unser Ruin. Denken sie doch allein was uns unsere Ladung einbringen könnte. Dieser ganze verrostete Kahn ist fast bis oben hin voll mit Eisenerz, das ein Vermögen wert ist."
"Ich weiß und genau diese Fracht wird unser Leben retten, wenn wir die Container abwerfen."
"Als Balast?"
"Ja und während die ganzen Shuttels starten um uns zu retten."
"Erklären sie mir erst einmal was sie genau meinen."
"Ok, hören sie zu..."

"Herr Vater!" soweit es ihm möglich war versuchte sich der Krieger in der Schwerelosigkeit zu Geotavan heran zu hangeln.
"Was ist?"
"Die Sprengladungen sind positioniert , wir brauchen bloß ihr Signal abzuwarten. Außerdem hat sich der Gleiter gemeldet, sie sind in zehn Minuten hier, wenn sie nicht auffallen sollen."
"Zum Teufel mit der Deckung, ich erwarte den Gleiter in weniger als 5 Minuten an der Notaustiegsluke die wir im Zentralcomputerraum gefunden haben. Dirigieren Sie den Gleiter dorthin!"
"Wie sie meinen."

Nach seinem Gespräch mit dem Kapitän machte sich Jones auf den Weg zum Hangar. Möglichst leise mit gezogener Laserpistole und in Begleitung zweier Piloten schlich er sich durch die Gänge . Sie hangelten sich an dem Handlauf endlang und ihre keuchende Atemgeräte durchschnitten rasselnd die bedrückende Stille.
Schließlich erreichten sie unbehelligt das Tor zum Hangar. Mit einem Magnetgriff öffnete Jones das Tor, da sogar die Türöffnungssysteme abgeschaltet worden waren um jede vorhandene Energie in den Antrieb zu stecken. Lautlos ging das Schott ruckhaft auf. Erst nur einen Spalt breit und zwei menschliche Augen späten hindurch, schließlich ging das Schott ganz auf, da nichts entdeckt worden war.
Mit gezückten Waffen schwebten die drei Menschen ein, auf eines der funtionstüchtigen Shuttles zu und betraten es. In dem Shuttle schlossen sie die Luke. Jones betätigte einige Knöpfe und gab seinen Begleitern ein Zeichen, warauf alle drei ihre Atemmasken abnahmen.
Jones griff zu seinem Funkgerät an seiner Brust schaltete es ein und begann zu sprechen:
"Käpt‘n? Wir starten jetzt, Hier war alles sauber. Sie können ruhig ebenfalls starten."
"Ist gut Jones, wir sehen uns dann später, Ok. Over."
"Ja bis später dann. Over und Out."

Der Kapitän raffte sich nun auch auf und gürtete sich seine Waffen um.
"Bevor auch wir uns aufmachen und die Brücke räumen leiten wir die Abdocksequenz der Frachtcontainer ein, aber das tun wir am besten vor Ort. Los jeder der eine Waffe halten kann bekommt eine. Alle Spezialwaffen werden verteilt. Los, auf auf."

Eher zögernd machte sich der Soldat auf Geotavan aufmerksam. Der junge Vater war in letzter Zeit enorm reizbar gewesen.
"Was ist denn nun schon wieder?"
"Der Gleiter braucht noch einige Zeit, er wurde im Meteorenfeld aufgehalten. Statt in fünf Minuten ist er frühestens in einer Viertelstunde hier."
"Haben sie als Ausgleich wenigstens eine gute Nachricht?"
"Leider nein. Der Trupp den sie zur Kommandozentrale der Fleischlichen geschickt haben, fand den Platz leer vor, möglicherweise sind sie mit einem ihrer eigenen Gleiter geflohen, unser Trupp klärt das jetzt auf. Jedenfalls scheint eines der Schiffe im Hangar zu fehlen."
"Was? Und das haben Sie mir nicht vorher gesagt, geschweige denn versucht den Ausbruch der Fleischlichen zu verhindern?"
"Wir konnten nicht, Herr Vater. Wir waren zu wenige, außerdem war der Großteil von uns die ganze Zeit im Maschinenraum."
"Ich will den Fehler so schnell wie möglich berichtigt sehen. Signal an unsere Schiffe: Sofort den gesamten Sektor durchsuchen! Schnellstmöglich! Besonders auf große Metallkonzentrationen suchen, die Schiffe der Fleischlichen bestehen nämlich größtenteils daraus."
Mit ein leichten Kopfnicken entließ Geotavan den Soldaten.

Ein erneutes Zittern durchlief die 'Protheus'. Der Kapitän ließ den großen herunter gedrückten Hebel los.
"So, die Container sind nun abgekoppelt. Machen wir uns an die Arbeit!"

Als Geotavan die Erschütterungen spürte fragte er sich was das sein könnte. Schließlich hatten sie das Meteorenfeld schon durchquert! Als ein Soldat ihn aufklärte dachte er sich sofort:" Aha, die Fleischlichen wollen uns täuschen! Schließlich haben sie jede Menge Rohmetall geladen, das würde unsere Suche behindern!" Laut sagte er:" He, Funker, melden Sie der Flotte, sie sollen die großen Frachtcontainer mit dem Rohmetall ignorieren, diese dienen lediglich der Täuschung!"
In diesem Moment erschien wieder der Soldat, den Geotavan kurz zuvor angefahren hatte. Nun schien er erfreut endlich eine gute Nachricht überbringen zu könne:
"Herr Vater, der Gleiter ist da! Es ging doch schneller als gedacht."
"Gut bringen sie die Verwundeten und Toten, sowohl den Gefangenen an Bord. Wir verlassen diesen unseligen Ort, der Schmerz und Leid über unser Volk gebracht hat."

Bald verließen die letzten Gaia die Protheus.

Jones schaute von dem Cockpit den Shuttles auf den groben Frachter zurück, der in den letzten Jahren sein Zuhause gewesen war. Im Hintergrund hörte er ein leises Prasseln, was ihn an Regen erinnerte, jedoch von Staubkorngroßen Meteoriden herrührte. Kurz nachdem der schlanke Aliengleiter abdockte, durchzog ein greller Lichtblitz das Blickfeld und der alte Frachter zerbrach in mehrere Teile und Kaskadenexplosionen zerissen die letzten Überreste der Protheus.
So kurz vor der Sonne, wo er, Jones, vor wenigen Minuten die wichtigen Daten gesammelt hatte. Hier im Meteorenfeld würden die Aliens ihn erst einmal nicht finden, doch wie lange würde er überleben, wenn sie ihn fänden?

FORTSETZUNG FOLGT

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